Kirchentag Düsseldorf 2027 widmet sich dem Thema Wohnen

Pressemeldung

Im Rahmen eines regionalen Programmschwerpunktes beschäftigen sich mehr als 30 Veranstaltungen mit dem Thema bezahlbarer Wohnraum, Wohnungslosigkeit und soziale Ungleichheit.

Luxusgeschäfte an der Kö, Menschen ohne eigene Wohnung auf den Straßen der Innenstadt: Düsseldorf ist eine jener Städte in Deutschland, in denen die Kluft zwischen Wohlstand und Armut besonders deutlich sichtbar ist. Wie sich dieser Gegensatz beim Wohnen zeigt und was sich daran ändern lässt, ist Thema eines regionalen Programmschwerpunkts beim Kirchentag am 7. Mai 2027. Der Internationale Tag zur Beseitigung der Armut heute, am 17. Oktober 2026, lenkt den Blick ebenfalls auf die Frage, wie sicheres Wohnen für alle möglich werden kann.

Mehr als 30 Veranstaltungen zum Thema Wohnen

Am Freitag, 7. Mai 2027, widmet sich der Kirchentag dem Spannungsfeld zwischen Armut und Reichtum. Die Evangelische Kirche im Rheinland veranstaltet in Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf als regionales Projekt einen Thementag Wohnen. Bei mehr als 30 Veranstaltungen, verknüpft mit guten Beispielen und innovativen Aktionen, geht es um bezahlbaren Wohnraum, politische Handlungsmöglichkeiten und die Lebenssituation von Menschen ohne eigene Wohnung. Menschen, die Wohnungslosigkeit selbst erlebt haben, kommen ebenso zu Wort wie Fachleute, Mitarbeitende der Wohnungslosenhilfe und Menschen aus Politik, Kirche und sozialen Initiativen.

„Düsseldorf zeigt auf engem Raum, wie unterschiedlich die Lebenswelten in einer Stadt sein können. Mit dem Thementag wollen wir Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sich im Alltag oft nicht begegnen. Dabei sollen auch jene, die Wohnungslosigkeit selbst erlebt haben, ihre Perspektiven einbringen. Wir wollen uns nicht damit begnügen, die Probleme lediglich zu beschreiben. Wir wollen der Stigmatisierung von Obdachlosigkeit etwas entgegensetzen. Es soll darum gehen, gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie Wohnen für alle bezahlbar und menschenwürdig sein kann“, sagt der landeskirchliche Kirchentagsbeauftragte Max Weber.

Begegnungen ermöglichen, neue Perspektiven gewinnen

Der Thementag soll unterschiedliche Zugänge zum Thema Wohnen eröffnen: Beim „Forum Wohnen“ können sich Interessierte an Ständen informieren, an Mitmachaktionen beteiligen und neue Perspektiven kennenlernen. Bei Stadtrundgängen führen Menschen, die früher wohnungslos waren, durch Düsseldorf und berichten von ihren Erfahrungen. Ein dreitägiges Vesperkirchenzelt, zentral gelegen in der Innenstadt, lädt alle zu einer warmen Mahlzeit, zu Begegnung und Austausch ein.

Armut ist mehr als materielle Not

Im Rahmen des Kirchentages finden am Donnerstag, Freitag und Samstag Bibelarbeiten statt. Eine dieser Bibelarbeiten wird die Geschäftsführerin von Tafel Deutschland e.V., Sirkka Jendis, halten. In ihrem Buch Armut hat System beschreibt sie, wie Armut Menschen ausgrenzt und warum es politische Antworten auf soziale Ungleichheit braucht.

Die Tafeln unterstützen Menschen mit Lebensmitteln und schaffen zugleich Orte der Begegnung. Sirkka Jendis betont, dass Armut weit über fehlendes Geld hinausgeht und die gesellschaftliche Teilhabe einschränkt:

„Bei den Tafeln leben wir ein Menschenbild, das auf Respekt, Empathie und Solidarität beruht: Wir sehen Menschen mit ihren individuellen Biografien und Fähigkeiten und schaffen neben der Lebensmittelhilfe auch Orte der Begegnung und Gemeinschaft. Denn Armut bedeutet weit mehr als materielle Not. Sie schränkt gesellschaftliche Teilhabe ein und kann zu Ausgrenzung und Einsamkeit führen. Dass der Kirchentag dieses Thema aufgreift, ist ein wichtiges Signal: Armut ist kein individuelles Versagen, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. Wer Armut nachhaltig bekämpfen will, muss ihre strukturellen Ursachen angehen.“

Weitere Informationen zum regionalen Thementag: Wohnen zwischen Armut und Reichtum – Rheinisches Projekt auf dem Kirchentag

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