Wie wird unsere Gesellschaft widerstandsfähig?

Pressemeldung

Kirchentag spricht mit Friedens- und Sicherheitsexperten über Resilienz, internationale Politik und die Rolle der Zivilgesellschaft.

Angesichts zunehmender weltpolitischer Spannungen – wie aktuell der militärischen Eskalation im Iran – wird das Programm des Kirchentages 2027 einen Schwerpunkt auf Fragen nationaler und globaler Sicherheitspolitik sowie internationaler Beziehungen legen, insbesondere auf transatlantische Beziehungen.

Zur inhaltlichen Vorbereitung tauschte sich das Präsidium des Kirchentages in seiner Sitzung am 27. Februar 2026 mit zwei Impulsgebern aus: dem Diplomaten und ehemaligen Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Christoph Heusgen sowie dem Bremer Kirchenpräsidenten und früheren Friedensbeauftragten der EKD Renke Brahms.

Beide betonten die Bedeutung einer werteorientierten Bündnispolitik sowie einer stärkeren sicherheitspolitischen Emanzipation der europäischen Staaten. Gleichzeitig unterstrichen sie die Rolle der Zivilgesellschaft, die in sicherheitspolitischen Debatten häufig unterschätzt werde.

Renke Brahms sagte:
„Statt Kriegstüchtigkeit gilt es, Friedensfähigkeit zu erlangen. Dazu braucht es eine resiliente Gesellschaft. Was nützt Verteidigungsbereitschaft, wenn die Gesellschaft ausgehöhlt ist?“

Christoph Heusgen hob die Bedeutung der Kirchen und Religionsgemeinschaften hervor:
„Ihr besonderes Potential liegt darin, Hoffnung zu entfalten. Wir brauchen Geschichten des Gelingens als Ansporn für gesellschaftliche Verantwortungsübernahme im Großen wie im Kleinen.“

Kirchentagspräsident Torsten Zugehör sieht darin wichtige Impulse für den Kirchentag 2027 in Düsseldorf. Widerstandsfähigkeit entstehe dort, wo demokratische Kultur, soziale Verantwortung und gegenseitiger Respekt gelebt würden und Menschen miteinander im Gespräch blieben.

„Der Aufbau einer widerstandsfähigen Gesellschaft beginnt bei uns daheim am Küchentisch, an der Kasse im Supermarkt, an der Kaffeemaschine im Büro. Wir werden den Kirchentag so gestalten, dass unterschiedliche Sichtweisen, Bedürfnisse und Hoffnungen stärker in den Blick kommen. Der individuelle Wert meines Gegenübers soll in Begegnungen, Feiern und Gesprächen spürbar werden. So stärken wir unsere Gemeinschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Auch Generalsekretärin Kristin Jahn betont die Bedeutung von Zuversicht:
„Den Luxus der Hoffnungslosigkeit können wir uns nicht mehr leisten. Denn daraus schlagen nur all jene Kapital, die eine starke demokratische Gemeinschaft fürchten und bekämpfen.“

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