Hass ist keine Meinung

Stellungnahme

Der Kirchentag verurteilt Angriffe auf die Predigenden der Schlussgottesdienste aufs Schärfste.

Seit Sonntag sehen sich die Predigenden der Schlussgottesdienste des Kirchentages einer Welle von Hasskommentaren ausgesetzt. Dazu beziehen Kirchentagspräsident Thomas de Maizière und Generalsekretärin Kristin Jahn hier sehr klar Stellung:

“Wir verurteilen den Hass und die persönlichen Angriffe, vor allem auf Quinton Ceasar, aber auch auf Alexander Brandl und Constanze Pott, aufs Schärfste.  

Viele tausend Menschen haben in der vergangenen Woche friedlich in Nürnberg Kirchentag gefeiert und kontrovers diskutiert – unterschiedlich in der Meinung, aber immer respektvoll im Umgang miteinander. Der Kirchentag war ein Ort des Dialogs. Das ist gut so. Unsere Gesellschaft braucht diese Form des respektvollen und offenen Austausches dringend. Umso bitterer ist es nun, mitanzusehen, wie viele Menschen unseren Schlusspredigern ebendiesen Respekt versagen.  

Quinton Ceasar hat im von der ARD übertragenen Gottesdienst auf dem Hauptmarkt eine sehr persönliche und emotional aufwühlende Predigt gehalten. Er hat Rassismus angeprangert und deutlich gemacht: Viele Menschen fühlen sich in der Kirche nicht sicher. Alexander Brandl hat auf dem Kornmarkt über die Kraft von Gottes Liebe gepredigt, und dabei Zeit für Constanze Pott und die Geschichte ihrer Transition gemacht. Für ihre Auftritte verdienen alle drei nichts anderes als Respekt. Der Kirchentag steht hinter ihnen.

Niemand muss den Aussagen der Predigten oder den Elementen der Schlussgottesdienste zustimmen. Austausch und selbst produktiver Streit darüber sind sogar erwünscht – auch unter uns. Aber Angriffe auf jene, die berechtigt Rassismus und Diskriminierung in der Kirche anprangern, entbehren jeder Form von Anstand und Streitkultur, sie sind zutiefst unchristlich. Wir stellen uns diesem Hass entschieden entgegen.” 

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