Eine junge Rollstuhlfahrerin beim Schlussgottesdienst in Stuttgart

Kirchentag Barrierefrei

Gute Gastgeberschaft

Zum Kirchentag ist Jede und Jeder eingeladen. Deswegen achtet er auch auf gute Gastgeberschaft und bemüht sich, dass sich alle Eingeladenen wohl fühlen. Dazu braucht es für Menschen, die in ihrem Leben Behinderung erfahren, Servicedienste und Veranstaltungen, die unterschiedliche Kommunikations- und Verstehensmöglichkeiten berücksichtigen. Das Leitziel ist die selbstbestimmte Teilnahme am Kirchentag, möglichst ohne Hindernisse und Barrieren. Dabei engagieren sich rund 500 ehrenamtliche Mitwirkende bei Service- und Assistenzangeboten.

Barrierefreiheit ist hier nicht bloß die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben zur Gleichstellung. Das Ringen um möglichst umfassende Barrierefreiheit und Inklusion ist aus christlichem Selbstverständnis gelebte gute Gastgeberschaft. Kirchentag ist eine Großveranstaltung. Doch jede und jeder Einzelne ist wichtig. Menschen mit Behinderung nehmen teil und bringen sich ein. Das ist für alle ein Gewinn.

Wo Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit mit Selbstverständlichkeit - und in Würde - sichtbar sind, bereichern sie einander. Nach biblischer Vorstellung schuf Gott den Menschen nach seinem Bild. Wo Menschen mit Behinderung sichtbar sind und durch geschwisterliches Handeln möglichst gute Teilnahme- und Teilhabemöglichkeiten geschaffen sind, zeigt sich eine glaubhafte, christliche Bejahung eines Jeden in Gottes guter Schöpfung.

Besucher vor dem Kunstwerk "Letztes Abendmahl", das Da Vincis Motiv mit Menschen mit Down-Syndrom nachstellt

Teilhabe

Wir Menschen sind in unserer Unterschiedlichkeit von Gott genau richtig geschaffen. Wir glauben, dass jeder Mensch ein Abbild Gottes ist und dass alle Menschen als Kinder Gottes miteinander verbunden sind. Deshalb ist es ein Anliegen des Kirchentages, Vielfalt sichtbar und Zugehörigkeit erlebbar zu machen. Dafür ist Teilhabe wichtig und richtig. Es bereichert, wenn Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit in Würde sichtbar und selbstbestimmt sind. So ist das Schaffen guter Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen beim Kirchentag geschwisterliches Handeln und glaubhafte Bejahung von Gottes guter Schöpfung.

Eine Rollstuhlfahrerin inmitten von auf Papphockern sitzenden Bläsern

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist für den Kirchentag eine Querschnittsaufgabe. Denn Barrierefreiheit ist der entscheidende Weg, um Teilhabe zu fördern: Für Menschen mit Rollstuhl, für Menschen mit Sinnesbehinderung, für Menschen mit Lernschwierigkeiten und für alle, die in ihrem Wunsch nach Teilhabe Behinderung erleben. Barrierefreiheit ist ein anspruchsvolles Leitziel: Möglichst alles soll beim Kirchentag so gestaltet sein, dass Menschen mit Behinderung wie alle Eingeladenen ohne besondere Erschwernis und selbstbestimmt teilnehmen können. Denn das macht die Gleichwertigkeit aller Menschen und das Zugehörigkeitsgefühl erlebbar.

Ein Chor, in dem auch Menschen mit Behinderung singen

Inklusion

Bei Inklusion ist die Wertschätzung menschlicher Vielfalt die zentrale Idee. Unterschiede sind normal, und ein gemeinsamer Alltag bereichert. Doch damit jeder Mensch selbstbestimmt und gleichberechtigt beteiligt ist, muss Unterschiedlichkeit durch umfassende Barrierefreiheit von Beginn an berücksichtigt werden. So ist also Barrierefreiheit eine Voraussetzung für Inklusion. Seit mehreren Kirchentagen finden thematische Veranstaltungen zur Inklusion statt. Bei der Entwicklung inklusiver Veranstaltungsformen werden Erfahrungen gesammelt. Das ist die Aufgabe für die Zukunft: Für den Prozess Inklusion beim Großereignis Kirchentag mit seinen mehr als 2000 Einzelveranstaltungen Motor zu sein.

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