Eine junge Rollstuhlfahrerin beim Schlussgottesdienst in Stuttgart

Kirchentag Barrierefrei

Rückblick

1983 gab es, nach Anregungen aus Hamburg, das erste vom Kirchentag verantwortete „Service- und Begegnungszentrum für Menschen mit Behinderung“. Alle sollten dabei sein können – und das künftig alle zwei Jahre mit rund 100.000 Menschen, immer in anderen Städten. Das blieb über drei Jahrzehnte eine immer neue Herausforderung. Etwa 1.200 Menschen mit Behinderung haben 1983 teilgenommen, unterstützt von rund 300 Helferinnen und Helfern. Die ersten Jahre des Kirchentag Barrierefrei waren durch Aufbruch und Ermutigung geprägt. Manches wurde ausprobiert, Strukturen für Servicedienste wurden entwickelt.

Ab 1991 war dann vor allem die Zuverlässigkeit der vielfältigen Dienste und Serviceangebote der Anspruch. Dies bot eine sehr gute Grundlage für den ersten Ökumenischen Kirchentag 2003.

In einer dritten Phase, ab 2005, wurde konsequent Barrierefreiheit als Leitbegriff und Querschnittsthema des Kirchentages beschrieben. Zur bedeutenden inhaltlichen Aufgabe wird Inklusion. Rund 2500 Menschen mit Behinderung sind beim Kirchentag in Hamburg 2013 dabei. Und etwa 500 Freiwillige geben die Möglichkeit, dass der Kirchentag möglichst umfassend Ereignis und Erlebnis für alle Menschen sein kann.

Menschen mit Schutzhelmen von hinten

Ermutigend: 1983 - 1989

1983: Das erste Service- und Begegnungszentrum in der Verantwortung des Kirchentages entsteht und wird zum gerne besuchten Treffpunkt. Um die Integration von Menschen mit Behinderung in das allgemeine Programm zu fördern, gibt es keine eigenen Veranstaltungen.

1983: Mit eigener Zeitstruktur und eigenem Programm gibt es in einem anderen Zentrum einen „Kirchentag für Gehörlose“. Es wird ein eigener Schlussgottesdienst gefeiert.

1989: Um den Bedarf an niedrigschwelligen Assistenzdiensten zu decken, wird ein Begleitdienst entwickelt. 70 junge Menschen engagieren sich seitdem bei jedem Kirchentag für diese Aufgabe.

Viele Hände recken sich in die Höhe

Zuverlässig: 1991 - 2003

1991: Neben dem „Service- und Begegnungszentrum“ gibt es erstmals weitere Servicepunkte. Eine solche Dezentralisierung gab es seitdem öfter, je nach den Bedingungen in der Kirchentags-Stadt.

1999: Kunst wird im Zentrum erstmals gezielt genutzt, um Behinderung als „nur eine Eigenart in der Vielfalt menschlichen Lebens“ zu deuten.

2003: Beim ersten Ökumenischen Kirchentag wird weitgehend das Konzept des Kirchentages genutzt. Später übernehmen z.B. der Weltjugendtag (Köln, 2005) oder die Kulturhauptstadt Europas (Ruhrgebiet, 2010) einige wesentliche Handlungskonzepte des Kirchentag Barrierefrei.

Gebärdenchöre beim gebärden.

Konsequent: 2005 - 2013

2005: Ein Konzept mit Bausteinen für Barrierefreiheit wird entwickelt und dann für neue Zielgruppenmedien systematisch genutzt. Es gibt eine erste Broschüre in Leichter Sprache.

2009: Ein Perspektivwechsel: Barrierefreiheit wird ein Leitbegriff des Kirchentages, und die Herausforderung Inklusion wird aktiv angegangen. Die bislang getrennt arbeitenden Projektleitungen „Menschen mit Behinderung beim Kirchentag“ sowie „Schwerhörige, ertaubte und gehörlose Menschen“ vereinigen sich. Nun gibt es ein gemeinsames Zentrum für Service, Begegnung und Programm.

2013: Das Jubiläum „30 Jahre Kirchentag Barrierefrei“ wird gefeiert. Barrierefreiheit und Inklusion begründen „Gute Orte für alle“.

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