Eine europäische Fahne weht im Wind

Europäischer Kirchentag

Alles zu den Planungen für die "European Christian Convention"

Eine Arbeitsgruppe um den Europapolitiker Sven Giegold und die Schweizer Theologin Christina aus der Au beschäftigte sich seit 2013 mit der Idee eines Europäischen Kirchentages. Im Juni 2015 lud die Gruppe zu einer Tagung in die Akademie Bad Boll ein. Über 60 Personen verschiedener Konfessionen aus 20 Ländern Europas kamen, um die Idee einer "European Christian Convention" – wie das Projekt vorerst heißen soll – zu diskutieren. Eine "Roadmap" wurde verabschiedet, welche die Ergebnisse der Tagung festhält und in Organisationen und Kirchen zirkulieren und wachsen soll. Die weitere Planung des Projekts liegt nun in der Hand eines europäischen Koordinationsteams.

Das Ziel

Der belgische Katholik Peter Annegarn formulierte die Ziele der Projekts so: "Alle Christen zusammen sollen das Salz in Europa sein. Europa braucht das 'neu Erfinden' von menschlichen Werten und wir können gemeinsam dazu beitragen." Die Zusammenkunft soll wie die deutschen Kirchentage von Laien und Gemeinden zusammen mit kirchlichen Organisiationen gemeinsam organisiert werden und ein Beitrag sein zu einer europäischen Zivilgesellschaft, die von Respekt und Offenheit bestimmt ist.

"Wir wollen einstehen für ein erfolgreiches Zusammenleben in friedlicher Vielfalt und sehen, wie Europa eine Gegend für Begegnung, Dialog und das Feiern von Glauben wird", heißt es in einer Projektskizze. Die European Christian Convention will Menschen und Organisationen vernetzen, Glauben sichtbar machen und das zivilgesellschaftliche Engagement von Christen auf europäischer Ebene hervorheben. Die Hoffnung ist, dass die Convention kein einmaliges Ereignis bleibt.

Die Gründe

Die Europäische Union sieht sich gerne nicht nur als Wirtschafts- sondern auch als Wertegemeinschaft. Doch die Frage nach einer gemeinsamen Identität ist bisher unbeantwortet. Es ist selten, dass man Europäerinnen oder Europäer von "uns" reden hört. Wir haben europäische Institutionen, Gewerkschaften, Verbände, Parteien, NGOs und Kirchengemeinschaften. Ein regelmäßiges Treffen europäischer Christen, die sich gesellschaftlichem Engagement verschrieben haben, gibt es bisher jedoch nicht.

Obwohl sich durch die Wirtschafts- und Finanzkrise in den letzten Jahren eine gemeinsame öffentliche Agenda in Europa herausgebildet hat, wird sie nicht von einer aufmerksamen Zivilgesellschaft als Gemeinschaftsprojekt wahrgenommen. Stattdessen sind Nationalismus und Extremismus in vielen europäischen Staaten auf dem Vormarsch.

Wie das Friedens- und Versöhnungsprojekt Europa einst von Christinen und Christen begründet wurde, fühlen sich auch heute noch viele von ihnen für Europa besonders verantwortlich. Ein vereintes Europa ist die Voraussetzung für eine gemeinsame Zukunft im Hinblick auf Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit. Die Mitglieder des Deutschen Evangelischen Kirchentages sehen die Idee, Christinnen und Christen aus ganz Europa zu einer Versammlung einzuladen als große Gelegenheit.

Die Roadmap

Das bisher wichtigste Ergebnis der ersten Tagung im Juni 2015 ist die sogenannte "Roadmap to a European Christian Convention", in der die gemeinsame Vision, die Ziele, offene Fragen und erste Schritte formuliert sind. Einem zwölfköpfigen vorläufigen Koordinationsteam gehören Menschen aus Frankreich, Großbritannien, Rumänien, Griechenland, Finnland, Belgien, Deutschland und der Schweiz an. Da die Gruppe untereinander auf Englisch kommuniziert ist auch die Roadmap in englischer Sprache.

Lesen Sie die "Roadmap"

Der Termin

Die Hoffnung ist, dass eine erste European Christian Convention Anfang der 2020er Jahre stattfinden könnte.

Die nächsten Schritte

Noch in diesem Jahr soll es ein erneutes Zusammenkommen geben, um die Planungen voranzutreiben.

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