Menschen entspannen beim Abend der Begegnung in Stutgart

Mit geflüchteten Menschen zum Kirchentag

So kann die Teilnahme funktionieren

Überlegen Sie, geflüchteten Menschen die Chance zu geben, den Kirchentag zu besuchen? Der Kirchentag möchte Sie gerne dabei unterstützen. Auf dieser Seite finden Sie einige praktische Hinweise und Erfahrungen. Gerne stehen wir zur Beantwortung weiterer Fragen zur Verfügung.

Zwei Beispiele aus Stuttgart

Odenthal

Eine Gemeindegruppe aus Odenthal besucht den Kirchentag zusammen mit fünf Geflüchteten. Die Männer, vier muslimischen, einer aramäisch-christlichen Glaubens, kommen aus Irak, Syrien und Marokko und sind zwischen Anfang und Mitte Zwanzig. Der Kontakt zu den Geflüchteten war durch die Flüchtlingsarbeit in der Kirchengemeinde vor Ort entstanden. Die Gruppe reist zusammen mit dem Gemeindebus nach Stuttgart und übernachtet dort in einem Gemeinschaftquartier. Die Geflüchteten sind begeistert und genießen die Gemeinschaft, die neuen Erfahrungen und das Kennenlernen einer neuen Stadt und Umgebung. Für sie steht nicht primär das Kirchliche im Vordergrund, aber sie nehmen am Programm des Kirchentages teil. Manche von ihnen sind auch beim Schlussgottesdienst dabei.

Die Sprachkenntnisse sind bei den fünf Männern unterschiedlich ausgeprägt, aber mit Deutsch und Englisch können sie sich verständigen. Die teilweise vorhandene Sprachbarriere hindert sie nicht daran, sich wohlzufühlen.

 

Durch die ermäßigte Eintrittskarte und die Anreise mit dem Gemeindebus waren die Kosten nicht sehr hoch und wurden von der Kirchengemeinde übernommen. Auch mit der Residenzpflicht hatten sie keine Probleme und vorab eine Genehmigung erhalten. Pfarrer Sticherling war positiv überrascht wie unkompliziert alles ablief und rät anderen Gruppen auch mit nicht-christlichen Geflüchteten den kommenden Kirchentag in Berlin zu besuchen. Er sieht es als eine große Bereicherung für alle Beteiligten.

Münchsberg

Die Kirchengemeinde Münchsberg fährt mit einer kleinen Gruppe zum Kirchentag nach Stuttgart und nimmt auch zwei iranische Christen mit, die schon seit vier Jahren in Deutschland leben. Die Diakonin Sandra Windisch wollte den zwei Männern (26 und 48 Jahre alt) zeigen, was Christentum noch sein kann. Die ganze Gruppe reist mit einem Kleinbus an und übernachtet in einem Gemeinschaftsquartier. Sie besuchen vor allem kulturelle Angebote, bei denen die Sprachbarriere nicht so hoch ist. Die beiden sprechen aber auch Englisch und so übersetzt Frau Windisch vieles. Sie besuchen auch Bibelarbeiten, Gottesdienste und Konzerte. Die beiden Männer sind begeistert vom Kirchentag und wollen zum nächsten auch unbedingt wieder mitfahren. Ihnen gefällt besonders, dass die ganze Stadt voller Menschen ist und man abends in den Park gehen konnte – einfach das ganze Erlebnis Kirchentag. Mit der Residenzpflicht hatten sie keine Probleme.

 

Frau Windisch hatte sich vorher mit der Ausländerbehörde in Kontakt gesetzt und eine Erlaubnis eingeholt. Sie würde jeder Gruppe empfehlen dies auch zu tun. Außerdem sagt sie, dass es ein absolut tolles Erlebnis für die Männer, aber auch für sie selbst war und kann nur empfehlen mit einer Gruppe Geflüchteter den Kirchentag zu besuchen.

Teilnahmekosten

Eine Karte für Asylbewerberinnen und Asylbewerber kostet 26 Euro ("Förderkarte").

Für die Übernachtung berechnet der Kirchentag eine Vermittlungspauschale von 21 Euro. Möglich ist eine Übernachtung im Gemeinschaftsquartier (mit rund 15 Personen in einem Klassenzimmer) oder im Privatquartier - für Teilnehmende ab 35 Jahren und Menschen mit Behinderung.

Sprache

Die vorwiegende Sprache auf dem Kirchentag ist Deutsch. Jedoch gibt es auch sehr viele Veranstaltungen, die ins Englische gedolmetscht werden.

Residenzpflicht

Oft wird die Residenzpflicht als eine Herausforderung für die Teilnahme am Kirchentag gesehen. Sie besteht für Geflüchtete, die verpflichtet sind, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, in der Regel nicht länger als sechs Monate - mit Ausnahme von Asylbewerber/innen aus sicheren Herkunftsländern.

Während dieser Zeit dürfen die Geflüchteten sich nur in einem festgelegten Bereich aufhalten. Wie groß ihr Aufenthaltsbereich ist, ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt und wird von der Ausländerbehörde vor Ort genehmigt. Anträge für das Verlassen des zugeschriebenen Bereiches müssen bei der Ausländerbehörde beantragt werden und werden im Einzelfall geprüft. Einen ausführlichen Bericht und ein mögliches Schreiben für die Antragsstellung stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung (Kontaktdaten in der rechten Seitenspalte).

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