Sonntag, 16. Dezember 2018

Hartwig Bodmann hört auf und bleibt dem Kirchentag doch treu

Fulda/Hamburg, 1. Juni 2012:  Nach fast 32 Jahren beim Kirchentag und 15 erfolgreichen Großveranstaltungen scheidet Hartwig Bodmann (59) aus der Geschäftsführung Deutscher Evangelischer Kirchentage aus. Zugleich wird er in Zukunft weiter für den Kirchentag tätig sein

Der Gastwirt und Koch aus Marschacht an der Elbe, der auch einmal beim Bundesgrenzschutz arbeitete und Religionslehrer werden wollte, kam zunächst in die Geschäftsstelle für den Kirchentag 1981 in Hamburg. Dort leitete er - wie später für zwei weitere Kirchentage - die Abteilung Helfer- und Einsatzdienste. Seit dem Kirchentag 1989 in Berlin, dem mit 150.000 Teilnehmenden größten in der Geschichte des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT), gehörte Hartwig Bodmann bis zum Dresdner Kirchentag 2011 der Geschäftsführung in den Geschäftsstellen an, die alle zwei Jahre an einem neuen Kirchentagsort eingerichtet werden. Außerdem war er einer der Organisationsverantwortlichen für den 1. Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin mit fast 200.000 Dauerbesucherinnen und -besuchern. In den kommenden Jahren wird der oft "Buddy" Genannte, der seit Längerem einen Wohnsitz in der Bundeshauptstadt hat, sich einem Projekt widmen, das auch für den großereigniserprobten Bodmann eine Herausforderung der besonderen Art ist: Der Präsidiumsvorstand des DEKT hat ihn beauftragt zu prüfen, ob und wie im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 eine Veranstaltung des Kirchentages im vergleichsweise kleinen Wittenberg organisiert werden kann, zu der vielleicht erheblich mehr Menschen zusammenkommen als sonst zum Abschluss eines DEKT.

Aus Begegnungen mit Bodmann bleiben vor allem seine Herzlichkeit und sein unnachahmlicher Humor in Erinnerung sowie die Fähigkeit, andere zu inspirieren und mitzureißen. Sein Wirken vollzog sich zum größeren Teil hinter den Kulissen, sei es in der Zuständigkeit für das Personal der Geschäftsstellen oder bei seinen Organisationsaufgaben mit dem Spezialgebiet "Sonderzüge, Bahnen und Busse". Nach außen sichtbar wurde das Geleistete meist nur im erstaunlich reibungslosen und pannenarmen Ablauf der Großereignisse.

Zwei Entwicklungen, die auf ihn zurückgehen, prägen jedoch auch die öffentliche Wahrnehmung der Kirchentage seit vielen Jahren nachhaltig: zum einen die vorwiegend Jugendlichen aus dem Bereich von Jugendbünden und Pfadfinderschaften, die sich jedes Mal zu Tausenden als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren, und zum anderen das Erfinden und Verwirklichen von weithin sichtbaren Symbolen, von "Lichtermeeren" und Klanginszenierungen, mit denen die "Abende der Begegnung" zur Eröffnung in den Kirchentagsstädten unvergessliche Bilder geschaffen und hinterlassen haben.