Ein Fernsehreporter interviewt Christina Aus der Au

Presse

Trauer um Richard von Weizsäcker

Fulda, 31. Januar 2015. Der Kirchentag trauert um Richard von Weizsäcker. Der Altpräsident war über viele Jahre Wegbereiter und Wegbegleiter des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Mehr als 30 Jahre, von 1962 bis 1989, gehörte er dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages an. Zwischen 1964 und 1970 sowie 1979 und 1981 hatte Richard von Weizsäcker das Amt des Kirchentagspräsidenten inne. Am Samstagmorgen ist er im Alter von 94 Jahren gestorben.

Noch in den letzten Jahren war Richard von Weizsäcker regelmäßig als Referent oder Teilnehmer auf Kirchentagen präsent. Als weitsichtiger Ratgeber und warmherziger, humorvoller Begleiter stand er der Laienbewegung zur Seite. "Meine Trauer ist groß. Richard von Weizsäcker hat den Kirchentag zusammengehalten in wichtigen Zeiten und stand exemplarisch für die Verbindung eines aufgeklärten Protestantismus mit politischer Beherztheit", so Ellen Ueberschär, die Generalsekretärin des Kirchentages. "Ich werde seinen Rat vermissen."

Der aktuelle Kirchentagspräsident Andreas Barner ergänzt: "Richard von Weizsäcker wird dem Kirchentag und mir persönlich als weiser Berater fehlen. In kluger Bedachtsamkeit hat er die Welten der Politik, der Wirtschaft und des Glaubens zusammengeführt. Sein überzeugendes Vorbild wird bleiben."

In von Weizsäckers Amtszeiten als Präsident fanden prägende Kirchentage statt: Der Kölner Kirchentag 1965 öffnete das ökumenische Gespräch mit der römisch-katholischen Kirche und der Stuttgarter Kirchentag 1969 stand bereits im Zeichen des gesellschaftlichen Umbruchs. Der Kirchentag 1981 in Hamburg ist als einer der großen Friedenskirchentage der 1980er Jahre in Erinnerung.

Vom Kirchentagsgründer Reinold von Thadden zum Nachfolger bestimmt, führte Richard von Weizsäcker den Kirchentag in dessen Sinne fort als offenes Forum mit den zwei Grundpfeilern der aktuellen politischen Debatte und der engagierten Begleitung der Kirche als Institution. Sein wichtigstes Anliegen war es, Christen in ihrer Verantwortung im privaten, öffentlichen und beruflichen Alltag zu stärken. Darüber hinaus legte er Wert auf den ökumenischen Charakter des Kirchentages. In die Zeit seiner Präsidentschaft fiel die Vorbereitung des ökumenischen Pfingsttreffens 1971, eines Vorläufers der Ökumenischen Kirchentage 2003 und 2010.

Besonderes Augenmerk legte Richard von Weizsäcker auf den deutsch-deutschen Zusammenhalt und die Brückenfunktion des Kirchentages. Seine Wahl zum Präsidenten 1964 erfolgte sowohl in den ost- wie in westdeutschen Gremien. 1983, kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten, trat er als Redner beim legendären Kirchentag in Wittenberg in der damaligen DDR auf.

Diese Seite teilen