Statue von Martin Luther mit Kirchentagsschal

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Meldungen vom 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Stuttgart für alle – Kirchentag Barrierefrei

Zum Kirchentag sind alle Menschen eingeladen. Damit sich auch alle Gäste wohlfühlen, engagiert der sich Kirchentag auch in Stuttgart für Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion. Der Stuttgarter Kirchentag wird mit der Weiterentwicklung des Zentrums Barrierefrei, dem emissionsfreien Transport von Menschen mit Mobilitätseinschränkung und der verstärkten Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit nicht sichtbarer Behinderung dieses Jahr besondere Akzente setzen.

v.l.n.r.: Frank Kissling (Zweiter Vorsitzender der Projektleitung Kirchentag Barrierefrei), Ursula Marx (Beauftragte der Stadt Stuttgart für Menschen mit Behinderung), Jörg Kopecz (Geschäftsführer des Deutschen Evangelischen Kirchentages) und Michael Brenner (Geschäftsführer der Heidehof Stiftung)

Die Zeltstadt auf dem Cannstatter Wasen wird genauso wie die großen Veranstaltungsorte Hanns-Martin-Schleyer-Halle oder Porsche-Arena barrierefrei zugänglich sein. Doch für den Kirchentag bedeutet Barrierefreiheit mehr als den Zugang zu den Veranstaltungsorten. So sind das induktive Hören, die Begleitung der Veranstaltungen durch Gebärdensprache und die Simultanübersetzung in Leichte Sprache wichtige Bausteine, um die Teilhabe von Menschen mit nicht sichtbarer Behinderung zu verbessern.

Im Zentrum Barrierefrei wird es nicht nur ein inklusives Café geben, auch ein vielfältiges und buntes Programm lädt dazu ein, Erfahrungen zu sammeln, ins Gespräch zu kommen und bei Podiumsdiskussionen zu debattieren. So werden beispielsweise ein Schnupperkurs Gebärdensprache, ein Gottesdienst im Dunkeln oder ein inklusives Feierabendmahl in leichter Sprache angeboten. Außerdem wird auf einem Podium diskutiert, wie Bibel in Leichter Sprache verständlicher werden kann. Das Programm richtet sich nicht nur an Menschen mit Behinderung. Die Angebote bieten auch eine Möglichkeit für die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung.

Dass Barrierefreiheit und Umweltmanagement Hand in Hand gehen, beweist der Kirchentag 2015 mit dem Projekt „Emissionsfrei mobil“. Mit Unterstützung der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie der württembergischen Bahnhofsmission werden Menschen mit Mobilitätseinschränkung in Fahrradrikschas von Ort zu Ort gefahren. Auf besonders ausgestatteten Fahrrädern kann problemlos auch ein Rollstuhl platziert werden

Die Behindertenbeauftragte der Stadt Stuttgart Ursula Marx freut sich, „dass mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag wahrscheinlich eine der barrierefreisten Veranstaltungen, die es gibt, in Stuttgart stattfindet.“ Sie hoffe, dass das Engagement und der Geist des Kirchentages auch über Juni hinaus in der Landeshauptstadt nachwirken.

Folgerichtig erkennt Ursula Marx an: „Ich höre ganz oft, dass von Inklusion gesprochen wird. Aber der Kirchentag redet nicht nur darüber, er beeindruckt durch die Umsetzung von Projekten zur Förderung der Barrierefreiheit und mit dem Bemühen, die Forderung, alle Menschen sollen teilhaben und teilnehmen können Realität werden zu lassen.“

Frank Kissling von der ehrenamtlichen Projektgruppe erklärt: „Auch der Kirchentag in Stuttgart 2015 ist noch nicht inklusiv – denn auch im Hinblick auf Inklusion möchten die Projektleitung und alle Beteiligten weitere Erfahrungen sammeln. Wir verstehen Inklusion auch nicht als ein Ergebnis, sondern als einen Prozess - ein ganz wichtiger gesamtgesellschaftlicher Prozess.“

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