Statue von Martin Luther mit Kirchentagsschal

Nachrichten

Meldungen vom 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Privatquartier-Kampagne "Gräbele g'sucht"

Der Deutsche Evangelische Kirchentag begrüßt Anfang Juni 100.000 Dauerteilnehmende in Stuttgart. Ein Großteil der Besucherinnen und Besucher übernachtet in Gemeinschaftsquartieren, andere bei Bekannten und Freunden oder in Hotels. Doch traditionell werden auch 10.000 Privatquartiere für Gäste gesucht. Unter dem Motto „Gräbele g’sucht“ bieten Menschen aus Stuttgart und der Region für meist ältere Menschen, Familien mit Kindern oder Menschen mit Behinderung private Schlafplätze an. Um die Kampagne in Stadt und Umland bekannt zu machen, haben das Privatquartier-Team des Teilnehmendenservice und die Presseabteilung ab Mitte Januar wöchentliche Presse-Termine geplant. Anfang Mai wurde die Privatquartier-Suche mit dem zehntausendsten Bett erfolgreich abgeschlossen.

Zu Beginn der Kampagne stand Ende Januar die Pressekonferenz mit der Vorstellung des Mottos. Der Schirmherr und Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart Fritz Kuhn enthüllte gemeinsam mit Andreas Barner, dem Präsidenten des Kirchentages, sowie mit dem Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, und der Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, das Plakat der Kampagne. Die Schirmherrin und Paralympics-Siegerin im Biathlon Anja Wicker war in den USA bei einem Wettkampf, teilte aber per Video-Botschaft mit: „Als Sportlerin weiß ich, wie wichtig Teamgeist und Durchhaltevermögen sind, um ins Ziel zu kommen. Lassen Sie uns gemeinsam diesen Teamgeist entwickeln und 10.000 Betten bei privaten Gastgebern finden".

Start der Kampagne geglückt

Der Start war direkt vielversprechend. Bereits nach anderthalb Wochen wurde die Marke von 1.000 Schlafplätzen geknackt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle feierten diesen Meilenstein mit einer Presseaktion, bei der sie in der Stuttgarter Geschäftsstelle jubelnd rund 30 eigene Bettdecken und Kissen aufschüttelten.

Show-Act mit Eric Gauthier

Den ersten Show-Act der Kampagne bot der Startänzer und Choreograf Eric Gauthier mit seiner Company Gauthier-Dance. Sie integrierten das rote Kirchentagsbett in eine kurze Szene auf ihrer Probebühne.

Johanniter-Unfallhilfe stemmt Bett in die Höhe

Eine feste Institution und treuer Begleiter des Deutschen Evangelischen Kirchentages ist die Johanniter-Unfallhilfe. Sie sichert nicht nur die Erste Hilfe, sondern kümmert sich auch um den Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, um die Sicherheit von Veranstaltungen und um die Kinderbetreuung. Da ist es klar, dass die fleißigen Helfer das Kirchentags-Team auch bei der Betten-Kampagne unterstützen. Vor der malerischen Kulisse der Esslinger Burg stemmten sie das rote Kirchentagsbett in die Höhe.

Meilenstein mit Bett Nummer 3.333 erreicht

Nach einem Zwischenspurt konnten die Mitarbeitenden des Teilnehmendenservices bereits Mitte Februar vermelden, dass das erste Drittel geschafft war. Bei Christl und Manfred Munz aus Kaltental in der Wohnung stehen Bett Nummer 3.332 und 3.333. Die beiden Rentner hatten bereits 1999, beim letzten Kirchentag in Stuttgart, ein Ehepaar aus Crimmitschau in Sachsen zu Gast. Deshalb stand für sie auch dieses Jahr schnell fest, dass sie wieder ein Privatquartier geben würden.

Susanne Glanzner liest aus ihrem Kinderbuch „Anna Apfelkuchen“

Ein interessantes Quartier hat auch Anna Apfelkuchen, die Protagonistin in Susanne Glanzners Kinderbuch, zu bieten. Frau Weber, die kluge Spinne, die immer Rat weiß, Fred, die Fledermaus, und Erik, das Eichhörnchen, heißen ihre netten Gäste. Autorin Susanne Glanzner präsentierte sich im roten Kirchentagsbett im Schaufenster des Buchhauses Wittwer, las dort aus ihrem Buch vor und warb für die Privatquartiersuche des Kirchentages.

Äffle und Pferdle unterstüzten Kirchentags-Team beim Leeren des Postfachs

Die Bereitschaft der Menschen aus Stuttgart und der Region, einen Schlafplatz anzubieten, stieg weiter an. Deshalb war das Team der Geschäftsstelle froh, dass die schwäbischen Stars Äffle und Pferdle beim Leeren des Kirchentags-Postfach mithalfen und so gleichzeitig Werbung für die Privatquartier-Suche machten.

Gastfreundschaft säen – Dankbarkeit ernten

Bei vielen Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinden in Stuttgart und der Region kommen Gäste des Kirchentages im Juni unter. Auch die Pfarrerinnen und Pfarrer der Stuttgarter Gemeinden unterstützen die Privatquartier-Kampagne und freuen sich auf den Kirchentag. Unter dem Motto „Gastfreundschaft säen – Dankbarkeit ernten“ streuten sie symbolisch Mohnsamen aus. Der Mohn soll pünktlich im Juni in der Kirchentagsfarbe rot blühen. Astrid Riehle, Pfarrerin im Dekanat der Stadt Stuttgart, erzählt: „Ich bin selbst eine begeisterte Besucherin des Kirchentages und mir gefallen die Begegnungen und Gespräche mit anderen Menschen. Deshalb freue ich mich auch über die vier Gäste, die bei mir unterkommen werden.“

„Schwäbele - mach doch mal Platz in deim Gräbele“ - Song von den Füenf

„Schwäbele - mach doch mal Platz in deim Gräbele“ – so lautet die erste Zeile des Gräbele-Liedes der Acapella-Band „Füenf“. Mit einem Auftritt im Ehrenhof des Stuttgarter Schlosses haben die fünf Musiker die Privatquartier-Suche des Deutschen Evangelischen Kirchentages unterstützt. „Es ist uns wichtig, die Gräbele-Aktion auch unter den Menschen bekannt zu machen, die bisher noch nicht so viel mit dem Kirchentag zu tun hatten und wir wollen zeigen, wie herzlich die Schwaben sind“, erklärt der Tenor Patrick Bopp. Ihre Gastfreundlichkeit haben die Menschen aus Stuttgart und der Region bereits unter Beweis gestellt, denn mit 5.144 Betten ist schon über die Hälfte geschafft.

Lupenschießen mit den Stuttgarter Kickers

Drei unten, drei oben – mit diesem Kommando gibt die Moderatorin oder der Moderator des „Aktuellen Sportstudios“ im ZDF den Startschuss für das berühmte Torwandschießen. Die Fußballer der Stuttgarter Kickers haben nicht auf die Torwand geschossen, sondern durch die Lupe, die auf dem "Gräbele-Plakat" des Kirchentages abgebildet ist. Dabei haben die Profis von Trainer Horst Steffen ihr Können unter Beweis gestellt und zielsicher getroffen. Nach ihren Spielen sind sie erschöpft wie Kirchentagsbesucherinnen und Besucher nach einem langen Tag und freuen sich auf ein bequemes Bett. Kickers-Pressesprecher Hans-Georg Felder betont: "Die Jungs haben bei der Aktion natürlich sehr gerne mitgemacht. Wir kennen als lokal verwurzelter Verein die Stuttgarter Gastfreundschaft und hoffen, dass viele ihr Gräbele zur Verfügung stellen."

Schirmherrin Anja Wicker unterstützt die Privatquartier-Beauftragten im Endspurt

Die Schirmherrin der Privatquartier-Suche Anja Wicker hat die Beauftragten der Bezirke auf dem Killesberg getroffen. Dabei hat die Paralympicssiegerin von Sotschi die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf die finale Phase eingestimmt und zum Durchhalten motiviert. Als Spitzensportlerin kennt sie die Erfahrung, noch einmal richtig Gas zu geben, wenn die Kräfte langsam schwinden. Ihr Durchhaltevermögen hat die Biathletin gerade erst wieder unter Beweis gestellt. Mit drei Siegen beim Weltcup-Finale sicherte Wicker sich nach einer langen Saison ganz am Ende den Gesamtweltcup, ein großer Erfolg für die Stuttgarter Sportlerin.

Damit möglichst viele Besucherinnen und Besucher ein Privatquartier finden, appelliert Anja Wicker an die Menschen aus Stuttgart und der Region: „Wer viel unterwegs ist wie wir Sportlerinnen und Sportler, weiß wie wichtig Gastfreundschaft ist.“

 

Anja Wicker (Mitte) mit einigen der Privatquartier-Beauftragen: Wilhelm Hampl (Esslingen), Kurt Fuchs (Stuttgart), Klaus Süpfle (Esslingen), Brigitte Meier (Gerlingen), Sabine Adam (Tamm), Guntram Rixecker (Waiblingen) (v.l.n.r.)

Gäste im Privatquartier bei Famlie Staib genießen schöne Aussicht auf die Weinberge

Auf einen wunderschönen Ausblick aus dem Fenster in die Weinberge vor einem tollen Tag auf dem Kirchentag können sich die Gäste freuen, die im Juni auf dem Bio-Weingut der Familie Staib einen Schlafplatz finden. Für Dorothee und Helmut Staib aus Beutelsbach ist es selbstverständlich, den Kirchentag mit Betten in ihren beiden Gästezimmern zu unterstützen. Hoffentlich folgen viele weitere Menschen aus Stuttgart und der Region dem Vorbild der Familie Staib, denn nach erfolgreichem Beginn ist die Privatquartier-Suche etwas ins Stocken geraten.

Die Kinder der Staibs freuen sich auf die Kirchentagsgäste im Weingut der Familie in Beutelsbach.

"Lassen Sie uns nicht hängen!"

Deshalb starten Sonja Marie Gayde vom Privatquartier-Team des Kirchentages und der Prälat Ulrich Mack einen Aufruf und bitten die Menschen aus Stuttgart und der Region: "Lassen Sie uns nicht hängen!" Symbolisch sichert der Prälat die Kirchentags-Mitarbeiterin bei einer Klettertour in der „City Rock“-Kletterhalle der Evangelischen Jugend Stuttgart, damit Gayde und ihre Kolleginnen am Ende nicht in den Seilen hängen. Denn noch immer fehlen Betten für die Kirchentagsgäste im Juni und langsam drängt die Zeit, wie Gayde erklärt: „Jetzt kommt es drauf an. Wir wissen, dass die Menschen hier gastfreundlich sind, und wir brauchen zeitnah die restlichen Privatquartiere. Sonst ist es uns logistisch nicht mehr möglich, den richtigen Gast mit dem richtigen Gastgeber zusammen zu bringen.“ Prälat Mack forderte erneut jeden einzelnen dazu auf, Herz und Haustür zu öffnen und Mut zur Gastfreundschaft zu beweisen.

Musical Chicago unterstützt „Gräbele“-Suche

Auch das Stuttgarter Musical Chicago hat die Bettensuche des Kirchentages unterstützt, die Darsteller können sich bestens in die Lage der suchenden Gäste hineinversetzen. Schließlich müssen sie sich selbst durch die wechselnden Einsatzorte immer wieder nach neuen Unterkünften umsehen oder für Termine einzelne Tage und Nächte überbrücken. Dazu gehören Carien Keizer und Marcella Adema, die bei Chicago die Rollen der Roxie (Carien) und Velma (Marcella) verkörpern. Keizer hat selbst schon die Gastfreundschaft der Menschen aus Stuttgart und der Region genossen und drückt die Daumen, dass sich noch viele Gastgeberinnen und Gastgeber finden, die ein Bett zur Verfügung stellen: "Ich kenne die Stadt schon von früher und wurde hier mit offenen Armen empfangen. So wohl, wie ich mich hier fühle, sollen sich auch die Besucher des Kirchentags fühlen können."

Zelten für die letzten Betten

Kirchentags-Geschäftsführer Constantin Knall schlägt probeweise sein Zelt auf dem Vorplatz der Stuttgarter Stiftskirche auf. Das soll den Besucherinnen und Besuchern im Juni allerdings auf jeden Fall erspart bleiben und so läuft die Suche nach Privatquartieren weiter auf Hochtouren. Langsam drängt die Zeit, denn der logistische Aufwand für das Team Unterkunft bei der Zuordnung von Gastgebern und Gästen ist hoch. Dabei werden mögliche Allergien genauso beachtet wie die Barrierefreiheit des Quartiers für Menschen mit Behinderung.

Probefahrt zum NeckarPark für die Kirchentagsgäste

Während die letzten Privatquartiere noch gesucht werden, laufen die Vorbereitungen auf den Kirchentag weiter auf Hochtouren. Kirchentagspräsident Andreas Barner, Generalsekretärin Ellen Ueberschär, Landesbischof Frank-Otfried July und die Schirmherrin der Privatquartier-Suche Anja Wicker sind mit Kirchentags-Mitarbeitenden von der Haltestelle Rathaus mit der Stadtbahn in Richtung NeckarPark gefahren. Sie haben den täglichen Weg der Kirchentagsgäste im Juni vom Quartier zu den Veranstaltungsorten und zurück getestet. Dabei kam bereits echtes Kirchentags-Feeling auf. Unter der Anleitung von Ellen Ueberschär sangen alle Gäste der Stadtbahn in Begleitung von einem kleinen Bläserchor gemeinsam, wie es bei Kirchentagen Tradition ist.

Nach 15 Wochen intensiver Suche mit einem vielversprechenden Start, einer Talsohle und einem erfolgreichen Endspurt hat der Kirchentag am Ende 10.000 Privatquartiere bei Menschen in Stuttgart und der Region gefunden. Die Schirmherren der Suche freuen sich über das gelungene Finale. Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: „Was zählt, ist das Ergebnis und die Gastfreundlichkeit der Menschen in Stuttgart und der Region.“ Anja Wicker erklärte: „Ich bin sehr glücklich über das zehntausendste Bett und die Gastfreundschaft der Menschen in meiner Heimatstadt Stuttgart. So können sich Gäste und Gastgebende auf den Kirchentag im Juni freuen.“

So konnten Geschäftsführer Jörg Kopecz und Sonja Marie Gayde vom Team Unterkunft dem Geber des zehntausendsten "Gräbele" Michael Ventzki im Stuttgarter Westen als Dankeschön ein von den Spielern der Stuttgarter Kickers signiertes Trikot überreichen.

v.l.n.r.: Kirchentags-Geschäftsführer Jörg Kopecz, Michael Ventzki und Sonja Marie Gayde vom Team Unterkunft
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