Statue von Martin Luther mit Kirchentagsschal

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Meldungen vom 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Die Graswurzeln des Kirchentages

Das Plenum der Präsidialversammlung

„Ich würde das Thema Ökumene auf die Graswurzel-Ebene ziehen.“ Das Herzstück der Präsidialversammlung mit ihren über 100 Teilnehmenden bildet die Diskussion der Themen: intellektuell zugespitzte Gesprächsrunden, kontrovers und zum Teil hitzig – aber immer wertschätzend und vor allem mit einem gemeinsamen Ziel: Die thematischen Anstöße für das Programm des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2015 in Stuttgart zu liefern.

Die basisdemokratische Graswurzel-Struktur ist hier förmlich mit den Händen zu greifen. Der vorfrühlingshaft warme Tag mit verfrühtem Kirchentagswetter schon im März verstärkt die freundliche Stimmung noch: Im Innenhof der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Stuttgart blinzeln die Gesprächspartner in den Pausen ins Gegenlicht.

Wie in der Kirchentagsordnung nachzulesen ist, berät die Präsidialversammlung über inhaltliche Schwerpunkte und Strukturen für den nächsten Kirchentag, als Vorlage für die danach am konkreten Programm arbeitenden Projektleitungen. Dies tut das „Parlament“ der zweijährlichen Großveranstaltung in vier Arbeitsgruppen: Theologie, Wirtschaft und Globales, Familie und Kultur sowie Bildung und Umwelt. Und so findet sich etwa die „blaue“ theologische Gruppe nicht in einem Arbeitsraum sondern in einem Stuhlkreis auf der Bühne wieder.

Von thematisch bis pragmatisch

Die Diskussion in den Arbeitsgruppen geht von geeigneten Formaten für bestimmte Themen über die Ausrichtung einzelner Punkte bis zu ganz pragmatischen Fragen wie ungünstigen zeitlichen Überschneidungen, beispielsweise mit einem Großkonzert, das so gut wie alle Kirchentagsteilnehmenden anziehen wird.

Der Diskussionsleiter der blauen Gruppe muss die intensiven Gespräche oft einfangen und an den Rückbezug auf die Losung „damit wir klug werden“ (Psalm 90, 12) und an die Tagesordnung erinnern: „Eine Stunde und zwei Minuten – und wir sind erst bei Punkt zwei.“ Als Ergebnis der dreitägigen Versammlung stehen vor allem drei gesellschaftliche Themen im Mittelpunkt: Schuld und Versöhnung, Bildung und wirtschaftliche Verantwortung.

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