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Ausgrenzung und Verfolgung homosexueller Männer in Württemberg

Ralf Bogen hat für die Zeitschrift "Bürger im Staat" der Landeszentrale für politische Bildung einen Beitrag zur Historie der Ausgrenzung und Verfolgung homosexueller Männer in Baden-Württemberg verfasst.

Noch in den 1950er-Jahren brüstete sich die im „Hotel Silber“ ansässige Stuttgarter Kriminalpolizei, „zum Schrecken der Homosexuellen Stuttgarts“ geworden zu sein. Baden-Württemberg war in der Nachkriegszeit Vorreiter bei der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Männer. Ralf Bogen beschreibt zunächst die Verfolgungspraxis der Stuttgarter Kriminalpolizei in den 1950er- und 1960er-Jahren. Fünf kurze biografische Skizzen belegen die Schicksale homosexueller Männer in den Jahren nach 1945. Diese Repressionen erklären sich u. a. durch die unsägliche Traditionslinie, die aus der radikalen Verfolgung gleichgeschlechtlich liebender zwischen 1933 und 1945 herrührt. In einem historischen Rückblick werden die einzelnen Etappen der Verfolgung während der NS-Diktatur erörtert. Wiederum geben Einzelschicksale auch dieser Epoche ein Gesicht. Ralf Bogen mahnt abschließend die systematische Aufarbeitung der Lebenssituation von LSBTTIQ in der NS- und Nachkriegszeit an. Bis heute ist diese Ver folgungsgeschichte von öffentlichen Stellen nicht systematisch aufgearbeitet und dargestellt worden. Allerdings hat sich der Landtag von Baden-Württemberg mit der am 16.10.2014 beschlossenen Annahme des Antrags „Entschließung zur Aufarbeitung der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Männer“ für die strafrechtliche Verfolgung entschuldigt.

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