Partizipation

50 Jahre Resolutionen beim Kirchentag

Auch in Dortmund können wieder Resolutionen eingebracht werden.

Seit seiner Gründung 1949 ist der Deutsche Evangelische Kirchentag großes Forum bürgerschaftlichen Engagements und politischer Teilhabe. Ein unmittelbares Werkzeug dafür wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Beim theologisch und politisch turbulenten Kirchentag in Stuttgart im globalen Revolutionsjahr 1969 wurde unter dem Kirchentagspräsidenten Richard von Weizsäcker erstmals die Möglichkeit geschaffen, Resolutionen einzubringen und zu verabschieden.

„Resolutionen sind ein effektives Mittel, öffentlich auf Missstände hinzuweisen, Lösungen anzubieten und einzufordern – und diese zugleich auch, auf ihre Mehrheitsfähigkeit hin zu testen“, sagt Mario Zeißig, Programm-Referent des Kirchentages. Denn Resolutionen gelten nur als angenommen, wenn sich mindestens 500 Teilnehmende einer Kirchentagsveranstaltung nach offenem, kontroversem Austausch mehrheitlich dafür ausgesprochen haben. „Resolutionen werden dadurch zu einer starken Argumentationshilfe, beispielsweise dann, wenn bestimmte Forderungen an politische oder kirchliche Verantwortungsträger und Institutionen gerichtet werden.“

So wurde beispielsweise eine Resolution zum Kohleausstieg von der Klima-Allianz Deutschland eingebracht und auf dem Kirchentag 2017 mit großer Mehrheit verabschiedet. Die darin enthaltenen Forderungen wurden am Ende eines ökumenischen Pilgerweges 2018 auf der Weltklimakonferenz in Kattowice übergeben und flossen in den Diskurs ein. Die Akteure der Kohlekommission Deutschlands wurden damit konfrontiert und konnten sich in ihren Entscheidungen davon leiten lassen.

Auch für den Kirchentag in Dortmund liegen bereits Resolutionen vor. Beispielsweise die des Bischofs Anba Damian von der koptisch-orthodoxen Kirche: „Mit interreligiösem Dialog Leben retten und Zukunftsperspektiven bauen – in Deutschland und im Nahen Osten!“ Seine Forderungen, die er gemeinsam mit der Gesellschaft für bedrohte Völker formulierte: Die Opfer von Terror und Verfolgung sollen in Deutschland ein sicheres Zuhause finden. Zudem soll unser Land das friedliche Zusammenleben der Religionen im Nahen Osten stärker fördern. Weitere aktuelle Resolutionen beschäftigen sich beispielsweise mit dem Tierschutz, mit Menschenrechtsverletzungen im globalen Handel - oder dem Modell einer staatlich garantierten und finanzierten Pflegezeit, die die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) mit ihrem Vorsitzenden Franz Müntefering fordert. Am Kirchentag teilnehmende Organisationen und Einzelpersonen sind sehr herzlich eingeladen, weitere Anliegen in Form einer Resolution in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.

Alle zur Abstimmung stehenden Resolutionen und weitere Informationen gibt es unter kirchentag.de/resolutionen. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert.

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