Mein Kirchentag
Andacht

Vergeben: Und es gibt neue Anfänge

 

Die Projekt-Leitung zum Kirchentag Barriere-Frei hat sich getroffen.

Michael Hofmann hat eine Andacht gehalten.

Hier steht die Andacht.

 

I – Zwischen Angst und Hoffnung

Da macht ein Mensch mit Absicht etwas Böses.

Vielleicht betrügt er. Oder lügt. Oder ist brutal.

Später denkt er an die böse Tat. Immer wieder.

Mal geht es ihm schlecht. Er hat Angst.

Denn andere Menschen finden ihn schlimm.

Und mal hat er Hoffnung:

Dass andere Menschen ihn wieder ganz neu sehen.

Da hat ein Mensch etwas Schlechtes getan:

Nun denkt er an das böse Tun.

Immer wieder: Er lebt in der Vergangenheit.

Aber er will auch Zukunft.

Wie findet er Ruhe? Und Frieden?

Frieden mit dem bösen Tun.

Frieden mit anderen Menschen.

Und wenn Menschen böse Taten erlebt haben?

Auch die denken immer wieder an das Schlimme.

Wie finden sie Ruhe? Und Frieden?

 

II – Das Wiedersehen von Jakob und Esau

Im ersten Buch Mose und in Kapitel 33:

Da steht eine Geschichte von zwei Brüdern: Es sind Jakob und Esau.

Die Beiden sehen sich wieder. Nach sehr vielen Jahren.

Damals hat Jakob den Bruder betrogen. Mit Absicht.

Jetzt hat Jakob noch immer Angst.

Denn vielleicht ist der Bruder noch voll Schmerz. Oder Wut. Oder Hass.

Aber er hat auch Hoffnung.

Denn vielleicht hat der Bruder wenig Interesse an Hass.

Und es gibt einen neuen Anfang.

Jakob hofft: Der Bruder wird vergeben.

 

III – Vergeben: Menschen sehen sich wie neu.

Vergeben. Was ist das?

Vielleicht kann man es so erklären:

Beim Vergeben sehe ich das böse Tun. Und ich sehe den Menschen.

Ich sehe beides: Die Tat und den Menschen.

Aber ich trenne es.

Ich sehe das böse Tun.

Und ich sage: Das Tun war böse.

Ich sehe den Menschen.

Und ich sage: Ich will dich ganz neu sehen. Mit Liebe.

Ich will einen neuen Anfang.

Wenn Menschen vergeben: Dann ändert sich etwas!

Mit Vergeben beginnt Freiheit.

Man denkt nur noch wenig an das böse Tun von früher.

Menschen sehen sich wie neu.

Es beginnt Zukunft.

Aber: Vergeben ist schwer.

Man braucht viel Kraft dafür. Und viel Mut.

 

IV – Esau vergibt Jakob

Wie geht es nun Jakob? Wird Esau vergeben?

Im Bibel-Text in Leichter Sprache heißt es sehr schön:

Jakob sieht Esau.

Esau ist noch weit weg.

Jakob hat Angst.

Aber: Er geht zu Esau.

Und verbeugt sich 7 mal.

Esau geht auch auf Jakob zu.

Er nimmt ihn in den Arm.

Und küsst ihn.

Beide freuen sich.

Sie weinen vor Glück.

Was ist geschehen?

Erst zeigt Jakob: Es tut mir leid. Er verbeugt sich.

Und Esau geht sofort zum Bruder. Und nimmt ihn in den Arm.

Beide freuen sich. Und weinen vor Glück.

Beide haben eine neue Zukunft.

 

V – Wir sollen vergeben. Und es gibt neue Anfänge.

Wenn wir mit Gott über Wichtiges sprechen: Dann beten wir.

So wie beim Vater-Unser.

Im Vater-Unser haben wir viele Bitten an Gott:

Gott soll wichtig sein.

Gott soll Gerechtigkeit bringen.

Gott soll genug Essen geben.

Wir haben viele Bitten im Vater-Unser.

Denn wir hoffen: Gott macht die Welt besser.

Nur eine Aufgabe wollen wir selbst tun. So beten wir es.

Wir wollen vergeben.

Im Vater-Unser in Leichter Sprache beten wir:

Bitte Gott! Du sollst uns vergeben.

Und Gott! Wir wollen auch vergeben.

Vergeben ist wichtig:

Für Menschen, die Böses erlebt haben.

Für Menschen, die Böses getan haben.

Denn: Vergeben bringt Freiheit. Und Zukunft.

Vergeben ist in der Familie wichtig.

Oder auf der Arbeit.

Vergeben geht mit Menschen aus anderen Ländern.

Oder mit anderem Glauben.

Vergebung braucht Mut.

Deshalb steht in der Bibel ein Beispiel für Vergebung.

Jakob und Esau wollen Vergebung.

Da ist ein neuer Anfang.

Vergebung braucht Kraft.

Deshalb betet man im Vater-Unser für Vergebung.

Gott und die Menschen wollen Vergebung.

Da ist ein neuer Anfang.

Bitte Gott! Du sollst uns vergeben.

Und Gott! Wir wollen auch vergeben.

AMEN.

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