Logo Deutscher Evangelischer Kirchentag. Berlin/Wittenberg, 24.-28. Mai 2017
Mein Kirchentag
Kunstprojekt

Digitale Bilderkollekte

Wolf Helzle sammelt Fotos zum Thema Wertschätzung und baut daraus auf dem Kirchentag ein mehrdimensionales Kunstwerk. Friedemann Binder hat mit dem Künstler gesprochen.

Das Wichtigste zuerst: Wie kann man mitmachen?

Ich suche Fotos von etwas, das dir wertvoll ist - im Sinne von „Du siehst mich“ als Schöpfungsakt. Die Bilder kannst du mir einfach per E-Mail an mail@helzle.com schicken, über my-matrix.org schicken oder mir auf dem Kirchentag persönlich, zum Beispiel auf einem USB-Stick, übergeben. Das Entstehen und Wachsen des mehrdimensionalen Kunstwerks kann in Halle 6 der Berliner Messe am EAfA-Stand im Zentrum Älterwerden miterlebt werden.

Du bist Medienkünstler. Wie wird man das bzw. wer oder was hat Dich auf diesen Weg gebracht?

Studiert habe ich Malerei in den 70er Jahren in Stuttgart und Kassel. Danach hatte ich eine fünfköpfige Familie zu versorgen und fand Arbeit in der Hard- und Softwareindustrie. In dem Moment, als ich mich vor nun 21 Jahren wieder ganz auf die Kunst konzentrierte, machte ich die erste Arbeit mit dem Computer und habe nie wieder mit Farbe und Pinsel gemalt.

Was ist das Besondere an einem Medienkunst-Projekt?

Durch die aktuellen Techniken mobiler Geräte können unbegrenzt viele Menschen an einem Kunstprojekt teilnehmen, indem sie mir in diesem Fall eines oder mehrere Bilder mittels Smartphone zur Verfügung stellen. Das ist der technische Aspekt. Der künstlerische Aspekt ist die aktive Teilhabe und gemeinsame Herstellung. Ich gebe das Thema „Wertschätzung“ vor und wir werden gemeinsam die Grundlage für einen wertschätzenden Bilderkosmos legen,

Thema „Wertschätzung“: Woraus entstand diese Themenwahl? Ist es Deine Antwort auf den allseits beklagten Wertewandel bzw. -verlust?

Unsere Gedanken erschaffen die Welt, in der wir leben. Sie ist das eins-zu-eins-Ergebnis unserer Gedanken. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Welt ausschauen wird, wenn wir an Wertschätzung denken, an etwas, das wir lieben, schätzen und verehren.

Du lädst ein, aufmerksam zu sein für das, was mir wertvoll ist, und zugleich soll ich es wieder – wenn auch nur digital – hergeben/spenden. Eine seltene Zumutung!

Ohne Austausch würden wir sterben.

Gibt es für Dich einen Bezug zum Motto des Kirchentags „Du siehst mich“?

Total. Durch dieses MedienKunstProjekt wird jeder in die Lage versetzt, zu verstehen, dass das eigene Sehen Welt herstellt und nicht nur unbemerkt unbeteiligter Voyeurismus ohne Konsequenzen ist. Es wird vor allem genau an jenem Punkt stattfinden, an welchem du dir dein Bild machst.

Darf man auch Bilder von Wertvollem spenden, die schon vor dem Kirchentag gemacht wurden?

Im Prinzip ja, wichtig ist hier der Akt des Sich-ein-Bild-machens als Weltherstellungs-Prozess. Das ist der eigentliche Kern dieses Projekts.

Bilder vom Kirchentag sind ja vermutlich oft Bilder mit abgebildeten Personen. Wie ist das mit dem Datenschutz?

Am besten ist es, die Abgebildeten zu fragen ob dieses Bild für dieses Kunstprojekt verwendet werden darf. Sobald viele Personen auf einem Bild sind, greift das nicht mehr in die Persönlichkeitsrechte ein, bei öffentlichen Personen auch nicht. Im Zweifel immer fragen.

Dein „Arbeitsplatz“ wird im Zentrum Älterwerden in der Koje der EAfA in Halle 6 der Berliner Messe sein. Das Entstehen des „mehrdimensionalen Kunstwerks“ kann dort verfolgt werden. Wie muss ich mir das vorstellen?

Mein Arbeitsplatz wird vor allem auf dem Gelände des Kirchentags sein, da ich vorhabe, selbst viele Bilder zum Thema aufzunehmen und einzuspielen. In genannter Koje wird ein Computer stehen, der den je aktuellen Stand des wertschätzenden Bilderkosmos in visueller Form darstellt. Das Standpersonal kann darüber Auskunft geben. Zu festgelegten Zeiten werde ich sowohl für Gespräche persönlich vor Ort sein als auch, um die aktuellen Bilder einzuspielen.

Wird das Kunstwerk zum Ende des Kirchentags abgeschlossen oder findet es eine Fortsetzung?

Es findet drei Tage später – vom 31. Mai bis 5. Juni 2017 - eine direkte Fortsetzung auf der Weltausstellung Reformation in Wittenberg. Dort ist es eingeladen von der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und im speziellen von der Protestantesch Kiirch vu Létzebuerg (Luxembourg). Die Lokalität befindet sich im Bereich „Religion/Ökumene“ zwischen dem „Gasthaus Ökumene“ der EKD und dem „Himmelszelt“ des LWB, westlich des Luthergartens.

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