Mein Kirchentag
Losung

"Du siehst mich"

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017 steht unter der Losung "Du siehst mich".

Das hat am Wochenende das Kirchentagspräsidium in Fulda beschlossen. Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au schrieb das Wort aus dem 1. Buch Mose am Montag in Berlin auf eine Staffelei und präsentierte sie gemeinsam mit der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages Ellen Ueberschär und dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Markus Dröge.

Die Losung ist Überschrift für alle Vorbereitungen zum Kirchentag in Berlin und für sechs "Kirchentage auf dem Weg" in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben, die anlässlich des Reformationsjubiläums stattfinden. Sie wird außerdem den großen Festgottesdienst begleiten, zu dem am 28. Mai 2017 mehr als 200.000 Menschen in Wittenberg erwartet werden.

"Angesehen sein, wahrgenommen werden. Diese Sehnsucht ist groß. Dafür schicken wir permanent Bilder von uns selbst in die Welt, per Selfie, Facebook und Whatsapp. Doch wirklich gemeint zu sein - das geht tiefer", sagt Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. "Aber welche neue Sprache brauchen wir, um gemeinsam über Dinge zu sprechen, die jeden Menschen in seinem Innersten bewegen? Wie können wir verständlich davon reden, dass wir glauben, dass Gott uns ansieht?"

Generalsekretärin Ellen Ueberschär betont: "Sehen stiftet Beziehung, nicht nur mit Gott, sondern auch im Miteinander aller Menschen. Von Gott angesehen zu werden, begründet die Würde des Menschen als Gottes Geschöpf. Die Geschichte der Hagar, aus der die Losung stammt, wird sowohl im Koran als auch im Neuen Testament aufgegriffen. 'Du siehst mich' ist ein Satz, der über den biblischen Kontext hinaus auch heute Anerkennung, Wertschätzung und Zuwendung aussagt."

Bischof Markus Dröge freut sich, dass es nun auf den Kirchentag zugeht, der nach 1951, 1961, 1977, 1989 und 2003 bereits zum sechsten Mal in der Bundeshauptstadt zu Gast ist: "Ich wünsche mir einen Kirchentag voller Aufmerksamkeit: aufmerksam für Menschen ohne Ansehen, in einer Stadt, in der arm und reich weit auseinanderklafft; aufmerksam auch für diejenigen, die nicht oder anders an Gott glauben, hier im Osten Deutschlands und in einer Stadt voller kultureller und weltanschaulicher Gegensätze; aufmerksam für eine Kirche, die sich ändert, weil sie sich ändern muss."

Zusammen mit der Losung hat das Präsidium zum Kirchentag 2017 biblische Texte für Gottesdienste und Bibelarbeiten festgelegt. Bei den Himmelfahrtsgottesdiensten in Berlin und bei den Kirchentagen auf dem Weg wird die Losung im Mittelpunkt stehen. Für den Festgottesdienst sind Worte aus dem 1. Korintherbrief, "Von Angesicht zu Angesicht" (1. Korinther 13,12), vorgesehen und für die Eröffnungsgottesdienste der Kirchentagspsalm 139, "Deine Augen sehen mich".

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