Mein Kirchentag
Kirchentage auf dem Weg

Zwei Städte für ein Halleluja

Vom 25. bis 28 Mai laden Halle und Eisleben gemeinsam ein zu den Kirchentagen auf dem Weg. Zur Einstimmung auf das kulturelle Menü eine Kostprobe.

Von Thorsten Bau

Die Eisleber Wiese und das Laternenfest in Halle konkurrieren jedes Jahr darum, wer das größte Fest Mitteldeutschlands ausrichtet. Bei den Kirchentagen auf dem Weg laden beide erstmalig gemeinsam ein. Dass viele Köche das Essen dabei nicht zwangsläufig verderben, zeigt ein Blick ins Menü.

1. Gang: Willkommen bei Freunden

An das Amuse-Gueule aus Operninszenierung und Vorprogramm knüpft der erste offizielle Gang nahtlos an. Weist der ökumenische Himmelfahrtsgottesdienst noch eine europäische Prägung auf, offenbaren sich beim anschließenden Willkommensfest in den halleschen Höfen die regionalen Kostbarkeiten. Ob in der Moritzburg Martin Luther auf seinen Kontrahenten Kardinal Albrecht trifft oder in Händels Geburtshaus Musik erklingt, ob im Schatten der Moritzkirche junge Bands mit ihren Fans feiern oder das Ambiente der Neuen Residenz zum Gespräch einlädt, für jeden Geschmack ist etwas dabei.

2. Gang: Einzigartige Vielfalt

Auch der zweite Gang kann sich sehen lassen. Hier trifft man auf Klassiker, die in keinem Kirchentagsprogramm fehlen dürfen: prominent besetzte Bibelarbeiten sowie Mittags- und Abendgebete. Das daran anschließende thematische Programm bietet Gästen eine vielschichtige Auswahl. Inhaltliche Schwerpunkte sind der demografische Wandel, die aktuelle Situation Geflüchteter oder die Rolle der Kirche in einer säkularen Gesellschaft. Alternativ lädt die Lutherstadt Eisleben zum Besuch der vielen Luther-Sehenswürdigkeiten ein: Das Geburts- und das Sterbehaus des Reformators, seine Taufkirche, das heutige Zentrum Taufe oder die letzte Predigtstätte Luthers, es gibt viel zu entdecken.

Ob es die Gäste nun nach Eisleben verschlägt oder sie in der Saalestadt verweilen, die Eröffnung der Händelfestspiele sowie das darauf folgende Live(!)-Konzert am größten Carillon Europas ist ein Muss. Die 76 Glocken läuten gleichzeitig auch das „Band der offenen Kirchen“ ein. Von Eisleben aus verbindet es musikalisch, künstlerisch, architektonisch und spirituell – am Lutherweg entlang über Halle bis zum Kloster Petersberg und zur Domstadt Merseburg – 70 Gotteshäuser miteinander.

3. Gang: Mansfeldische Kost

An der Stätte, wo Luther das Licht der Welt erblickte, getauft wurde und auch verstarb, gibt es ein reichhaltiges thematisches Angebot zum Thema Taufe, Kindheit, Sterben und Tod. Stadtführungen, Gesprächsrunden und ein Bauernmarkt erknüpfen Vergangenheit und Gegenwart im Mansfelder Land. Auch die Schattenseiten Luthers werden nicht ausgespart. In der St. Andreaskirche wird Prof. Dr. Thomas Kaufmann das Verhältnis Luthers zu den Juden seiner Zeit näher beleuchten.

4. Gang: Hallesches Allerlei

Wer sich nicht ins nahe Eisleben begeben möchte, kann in Halle miterleben, wie Kunstschaffende gemeinsam mit Kirchentagsgästen dem Glauben Gestalt verleihen. „Woran glaubst Du?“, so die Frage, die zu Reflexion und Stellungnahme inspirieren soll. Thesengalerie, künstlerischer Etappenweg und andere Zeugnisse des persönlichen Glaubens locken im innerstädtischen Raum zu Kreativität und intensiven Erlebnissen.

Auch für die kleinen Kirchentagsgäste wurde ein Menü zusammengestellt: der Familienkirchentag in den Franckeschen Stiftungen. Spiel, Sport, Gesang und vieles mehr sind die Gewürze dieses besonderen Angebots. Sahnehäubchen ist das Konzert von Gerhard Schöne.

5. Gang: Gospel-Genuss

Beim deutschlandweiten Treffen der Gospelchöre mit Workshops und exklusiven Auftritten kommen nicht nur Gospel-Fans in den Genuss eines ganz besonderen Musikerlebnisses, Illuminationen bieten zusätzlich für das Auge ein besonderes Highlight. Den Abschluss-Abend bereichern prominente Gäste. Halle und Eisleben laden zu einem Menü ein, das auch Luther an den Tisch gelockt hätte, 500 Jahre Reformation an authentischer Stätte gefeiert.

Zum Autor: Thorsten Bau ist Öffentlichkeitsbeauftragter im Kirchenkreis Halle-Saalkreis.

Bild: Lutherstadt Eisleben - Lutherdenkmal, Matthias Kuhn / CC-BY-2.0 / cropped

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