Mein Kirchentag
Flüchtlinge beim Kirchentag

Integration ganz praktisch

Beim Kirchentag wird viel diskutiert über die Integration von Flüchtlingen. Wie das ganz praktisch funktioniert, konnte man im Neckarpark erleben.

Direkt neben der Zelthalle 18 und dem Verpflegungszelt für die Helferinnern und Helfer stehen drei bunte Flüchtlingshäuser. Bauzäune und Fahnen trennen die Flüchtlingsunterkunft vom Kirchentagstrubel. Täglich gehen Tausende von Helferinnen und Helfern den schmalen Pfad an den Häusern vorbei bei ihrem Gang zum Mittagessen. Mehr als ein freundliches „hello“ ist durch den Zaun kaum möglich gewesen. Bis es zu einer echten inklusiven und integrativen Begegnung kam.

Nachdem die Einlasskontrollen an den Zelthallen 16, 17 und 18 am Freitag aufgehoben wurden, konnten die Bewohnerinnen und Bewohner der Flüchtlingshäuser am Kirchentagsprogramm teilhaben. Was sie auch taten. In Halle 18 trafen sie auf das Cafe „Pause inklusiv“, ein Gemeinschaftsprojekt von vier großen Einrichtungen der Behindertenhilfe. Sie bieten beim Kirchentag ein Cafe an, um die Begegnung zwischen ganz verschiedenen Menschen und damit die Inklusion zu fördern. Im Vordergrund stand der Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, aber auch um Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Durch die Flüchtlinge aus der direkten Nachbarschaft entstand auf einmal eine ganz neue Dynamik. Ein Trommelworkshop im Schatten unter den Bäumen brachte die unmittelbare Begegnung. Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung waren Trommellehrer, Gäste des Kirchentages und aus den bunten Flüchtlingshäusern waren die Schüler. Nach und nach entwickelten sich neue Rhythmen und die Rollen wurden getauscht. Eine Verständigung mit Worten war schwer bis gar nicht möglich, aber mit Trommeln hat die Kommunikation funktioniert.

Fotos: Wittekindshof/Jean-Pascal Dieth und Anke Marholdt

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