Mein Kirchentag
Eröffnung

Ein Glaubenscleverle werden

Der Eröffnungsgottesdienst auf dem Schlossplatz zieht mehr als 55.000 Menschen an. Insgesamt 81.000 feiern und beten an drei Bühnen in der Innenstadt.

Insgesamt 81.000 Menschen haben am Mittwochabend die drei Eröffnungsgottesdienste des Kirchentages mitgefeiert. Allein auf den Schlossplatz und die angrenzenden Plätze strömten mehr als 55.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dort leitete Kirchentagspastor Arnd Schomerus die Liturgie, der württembergische Landesbischof Frank Otfried July hielt die Predigt.

Der Bischof betonte, der Kirchentag solle zwar Klugheitsregeln für das Zusammenleben in unserem Land suchen und finden, aber „wenn das alles wäre, dann wäre der Kirchentag allein ein Klugheitskongress“. Es gehe aber darüber hinaus darum, die „Herzensweisheit des Glaubens“ zu erlangen, betonte July. Das bedeute „schwäbisch gesagt: Ein Glaubenscleverle werden“, erklärte augenzwinkernd der Bischof und erntete Gelächter und Applaus. Wir sollten uns nicht einbilden, wir seien schon klug, während „Tag für Tag Menschen im Wassergrab des Mittelmeeres oder auch in Südostasien versinken und Flüchtlinge weltweit herumirren“, so July.

Kirchentagspastor Schomerus ging in der Liturgie ebenfalls auf die Leiden der Flüchtlinge ein: „Was braucht es für Menschen auf der Flucht, um hier bei uns anzukommen, und um hier willkommen geheißen zu werden?“, fragte er. Kirchentagspräsident Andreas Barner rief ebenfalls zu „Weitherzigkeit“ im Umgang mit Flüchtlingen auf.

Bundespräsident Joachim Gauck lobte in seinem Grußwort den Kirchentag als „Motivationstraining für alle, die nicht an den großen Problemen unserer Zeit vorbeisehen wollen“. Der Kirchentag sei auch ein „Festival des Ehrenamtes“, betonte der Bundespräsident und wandte sich direkt an die zahlreichen Engagierten: „Unser Land sieht schön aus, weil Ihr es schön macht! Danke!“. Das politische Deutschland sehe mit Respekt und Freude auf das „große Begegnungsforum Kirchentag“.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann lobte ebenfalls das Christentreffen: „Es ist gut, dass nun Kirchentag ist. Denn die Politik und die Gesellschaft brauchen die Kirchen, brauchen die Religionsgemeinschaften, vielleicht mehr als je zuvor.“ Engagement sei nötig für Christenmenschen: „Wir sind schon etwas klüger, wenn wir nur ein wenig die Dinge verändern. Für das große Ganze ist Gott verantwortlich.“

An die Eröffnungsgottesdienste schließt sich der "Abend der Begegnung" an. Wer nicht selbst in Stuttgart sein kann, hat die Möglichkeit, das Konzert der New York Voices mit SWR Vokalensemble und Big Band auf dem Schlossplatz am heimischen Rechner zu erleben.

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