Mein Kirchentag
"Zukunftsmodell Ehe" auch für Homosexuelle

Bedford-Strohm: Wir sollen froh sein, wenn Menschen unbedingt füreinander da sein wollen

Der Bischof will die Debatte um gleichgeschlechtliche Ehen "tiefer hängen", stellt die Verbindlichkeit von Beziehungen in den Mittelpunkt der Diskussion und betont: "Wenn Homosexualität so sehr den biblischen Grundlagen widersprechen würde, dann hätte Jesus etwas dazu gesagt – hat er aber nicht."

Von Steffen Groß

Der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat sich dafür ausgesprochen, die Debatte um gleichgeschlechtliche Partnerschaften "tiefer zu hängen". Entscheidend sei es, dass Menschen unbedingt "Ja" zueinander sagten: "Es entspricht zutiefst unseren biblischen Grundlagen, wenn auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften die Möglichkeit haben wollen, auf Dauer verbindlich miteinander zu leben." Der Ratsvorsitzende hielt ein Grundsatzreferat bei der Veranstaltung Evangelisches Familienbild im Wandel in der Fellbacher Schwabenlandhalle.

Diese Grundlagen sieht der Bischof in Jesu Doppelgebot der Liebe "Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst" und in der ebenfalls von Jesus formulierten Goldenen Regel "Alles, was ihr wollt, das die Leute euch tun, das tut ihnen auch." Bedford-Strohm weiter: "Wenn Homosexualität so sehr den biblischen Grundlagen widersprechen würde, dann hätte Jesus etwas dazu gesagt. Hat er aber nicht."

Bei allen Diskussionen zu neuen und alten Familienbildern sei es entscheidend, "nahe bei den Menschen zu sein und wahrzunehmen, wie schwer es heute geworden sei, als Paar und Familie verbindlich miteinander zu leben." In allen Diskussionen zu den verschiedenen sexuellen Orientierungen und Lebensformen "sollten wir nur das sagen, was wir auch sagen würden, wenn unser eigener Sohn oder unsere eigene Tochter betroffen wäre".

Ebenso wichtig sei die biblische Option für die Schwachen und Verletzbaren, was für Bedford-Strohm bedeutet, "immer die Kinder ins Zentrum der Debatte zu stellen". In Partnerschaften gehe es zuallererst um "wechselseitige und gleichwertige Anerkennung" und um verbindliches Dasein füreinander. Die Schlussfolgerung des Bischofs: "Es geht darum, Verbindlichkeit zu leben und diese als Kirche in die Gesellschaft einzubringen und zu fördern" – und nicht so sehr um die Frage, wer wen liebe.

Diese Seite teilen

Bleiben Sie immer über unsere neuesten Aktivitäten informiert.
Abonnieren Sie unseren regelmäßigen Newsletter.