Mein Kirchentag
Markt der Möglichkeiten

Schauen, Fragen, Diskutieren, Schwitzen

Der Markt der Möglichkeiten in neun großen Zelthallen auf dem Canstatter Wasen bietet mit seinem riesigen Angebot für jeden etwas.

Von Margit Mantei

Er ist heiß, dieser Kirchentags-Donnerstag, und an der „Trinkwasser-Bar“ vor dem Markt der Möglichkeiten stehen Menschen mit geleerten Flaschen in den Händen Schlange und begehren kostbares Nass. Sogar zwei Planschbecken hat jemand aufgeblasen. Im Wasser kühlen sich einige die Füße, andere suchen ein schattiges Plätzchen, sitzen auf dem Boden und ruhen sich aus.

In den Zelthallen kommt zur Hitze die Schwüle. So mancher Flyer muss als Fächer herhalten. Doch der Geräuschpegel ist enorm, die Hitze bremst die Besucher nicht aus, und gut besucht sind die Stände allemal. An manchen bilden sich Trauben, andere haben eine eher ruhige Phase. Rund 800 Vereine, Verbände, ehrenamtliche Gruppen, Initiativen haben in den neun großen Zelthallen auf dem Canstatter Wasen „ihre Zelte aufgeschlagen“. Informieren über ihre Ideen, stellen Visionen vor, regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Zeigen, was wir bewegen können, damit Träume und Wünsche wahr werden. Unmöglich, sich alles anzuschauen, zumindest nicht an einem Tag. Die Themen reichen von Theologie und Spiritualität, Kirche und Gemeinde über Lebensführung und Zusammenleben, Gesellschaft und Bildung bis zu den globalen Herausforderungen, zu Frieden, Nachhaltigkeit und Wirtschaft.

Zuschauen oder Mitmachen?

Wo anfangen? Mitmachaktionen locken: Ein Glücksrad, wo man Kugelschreiber oder Bonbons gewinnen kann, Fäden knüpfen, Wünsche anpinnen, Bälle werfen, Forderungen unterschreiben, Lose kaufen … Aber nicht einfach so. Hinter allem steckt ein Sinn. Zum Beispiel Herzen werfen auf Büchsen, das heißt hier, bei „missio“, dem Internationales Katholisches Missionswerk München: fass dir ein Herz und tu was für Frauen und Mädchen, die Gewalt erleben. Dann kann man auf einem Herz etwas aufschreiben, das Frauen stark machen soll. Die Wünsche werden dann an Projektpartnerinnen in Afrika, Asien und Ozeanien weiter geleitet.

Über Mikrofon ist eine Stimme zu hören, die nicht ganz unbekannt ist. Und richtig: Am Stand der Arbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen bei der Partei Die Linke spricht Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, um ihn eine Traube von Zuhörern. Es geht um Verfassungsschutz und V-Leute, die Aufklärung der NSU-Morde. Die Leute können ihm Fragen stellen. Beim Arbeitskreis der Christinnen und Christen in der SPD soll gleich Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sprechen. Auf dem kleinen „Marktplatz“ sitzen schon erwartungsvolle Besucher. Beim Evangelischen Arbeitskreis der CDU gibt es Erfrischungstücher – gute Idee bei dem Wetter.

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