Mein Kirchentag
Bibelarbeit Johannes Kärcher

"Gottesdienst ist Dienst am Nächsten"

Die Aussicht, einen erfolgreichen Unternehmer und Industriellen als Redner in einer Bibelarbeit zu erleben, mochte viele Kirchentagsbesucher am Donnerstagmorgen in das schon bald völlig überfüllte CVJM-Heim getrieben haben.

Von Dirk Klose

Der in Stuttgart-Winnenden ansässige Unternehmer Johannes Kärcher nahm das für diesen Tag vorgegebene Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium über den Verwalter, der seinen Posten verliert, aber dann das Vermögen seines Herrn unter den Gläubigern aufteilt, zum Anlass für die Frage nach Sinn und Unsinn beim Anhäufen von Besitz und Reichtum.

Das auch in der Bibel nicht verworfene Streben der Menschen nach Besitz verkehre sich heute, so Kärcher, immer mehr in sein Gegenteil. Das Streben nach Besitz, nach dem "Mammon", werde heutzutage immer mehr zum Selbstzweck. Symbol dafür, so Kärcher, ist das Geld. "Heute glauben die Mächtigen, hierin den Stein der Weisen gefunden zu haben." In Umkehrung der biblischen Aussage "steht heute nicht mehr das Wort, sondern die Finanzschuld", die nach allgemeinem Glauben eine Versicherung für die Zukunft sei.

Je mehr man heute nach Sicherheit in der Zukunft strebe, umso mehr entferne man sich von einem Gott gewollten Leben. Gott aber wolle, so Kärcher weiter, dass wir uns auf ihn verlassen, nicht auf weltlichen Tand. Der "paradoxe Ausweg": Gottesfurcht biete einen Ausweg aus der Angst, aus der Unsicherheit vor kommenden Ereignissen und Gefahren. Unsicherheit banne man nicht durch das Anhäufen von Reichtum, "sondern durch Loslassen können. Dienst an und für Gott wird dann zum Dienst am Nächsten".

Kärcher lud dazu ein, das Thema "Verantwortungsvolles Unternehmertum" am kommenden Samstag in seinem Unternehmen in Winnenden weiterzudiskutieren.

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