Mehr zu Welt und Gesellschaft

Hamburg 2013

34. Deutscher Evangelischer Kirchentag.
1. bis 5. Mai 2013

Tankstelle des Glaubens

Bei der Eröffnungspressekonferenz warfen die Verantwortlichen des Kirchentages einen Blick auf das fünftägige Programm. Unter der Losung "Soviel du brauchst" gibt es drei Themenschwerpunkte.

Für Kirchentagspräsident Prof. Dr. Gerhard Robbers ist wichtig, dass in der Losung das „Du“ betont wird: „Wir müssen denen beistehen, die nicht haben, was sie brauchen. Dass wir die Armut überwinden, die Armut an materiellen Gütern, aber auch die Armut an Gemeinschaft, die Armut an Hoffnung, die Armut an religiöser Erfüllung."

Der Jurist erklärte: „Für mich ist diese Losung eine zutiefst religiöse Botschaft: Soviel du brauchst an Gottesnähe.“ Zugleich betonte er: „Politischer als beim Kirchentag können Diskussionen kaum sein.“

Ethisch handeln in der Wirtschaft

Ein thematischer Schwerpunkt ist in diesem Jahr die Frage nach ethischen Grundsätzen für wirtschaftliches Handeln. Die Hauptpodienreihe „Wirtschaft – Maßstäbe verändern“ in St. Michaelis fragt nach den Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen – vor allem mit Blick auf China, Lateinamerika und Europa. Wo übernehmen Unternehmerinnen und Unternehmer soziale und ökologische Verantwortung? Wo fehlt sie?

„Besonders bei diesem Kirchentag reden wir mit Verantwortlichen in der deutschen Wirtschaft und nicht über sie“, betonte Dr. Silke Lechner, Studienleiterin des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

30 Jahre barrierefrei

Seit 30 Jahren arbeitet der Kirchentag am barrierefreien Zugang zu seinen Veranstaltungen. Premiere in Hamburg: das Zentrum Inklusion.

Zentrale Veranstaltung ist die Diskussion mit dem Bundespräsidenten am Donnerstagvormittag: „Eine starke Gesellschaft – Was braucht sie? Wie sieht sie aus?“

Interreligiöser und interkultureller Dialog

Das jüdisch-christliche Verhältnis ist bis heute eines der Kernthemen des Kirchentages. Beim neuen Projekt „Religiöse und kulturelle Vielfalt leben“ laden Hamburger Religionsgemeinschaften die Teilnehmenden zu über 50 Veranstaltungen in ihre Räume ein.

„Wir brauchen eine religiöse Koalition gegen die Gottvergessenheit – nicht nur in Städten wie Hamburg, sondern in der ganzen Fläche der Nordkirche und über ihre Grenzen hinweg. Und wir brauchen eine Ökumene der Religionstoleranz“, forderte die Bischöfin des Sprengels Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs.  

Gemeinsam die Welt verändern

Die Generalsekretärin des Kirchentags Dr. Ellen Ueberschär betonte, dass die drei Themenschwerpunkte nur ein Ausschnitt aus der Fülle des Programm seien.

Die Teilnehmenden des Kirchentages seien mündige Christinnen und Bürger, die fröhlich ihren Glauben lebten und zugleich mit anderen gemeinsam die Welt verändern wollten, sagte Ueberschär. „Kirchentag ist Tankstelle des Glaubens und Sprungbrett für politisches Engagement.“

Freude bei Gastgebenden

Stellvertretend für die Christinnen und Christen in der Landeskirche freute sich Bischof Gerhard Ulrich auf inspirierende Tage. Der Vorsitzende der Kirchenleitung der gastgebenden Nordkirche zeigte sich begeistert, dass so viele Menschen nach Hamburg kommen: „Die Christinnen und Christen unserer Landeskirche freuen sich, Sie alle bei uns zu Gast zu haben." Es sei ein großartiges Signal, dass die Nordkirche mit ihrer Metropole Hamburg bereits im ersten Jahr ihres Bestehens Gastgeberin des Deutschen Evangelischen Kirchentages sein dürfe.

Beim Abend der Begegnung präsentiert sich die Nordkirche erstmals in ihrer ganzen Vielfalt. Mehr als 3.600 Mitwirkende zeigen an über 300 Ständen, was ihre Gemeinden zwischen Helgoland und Rügen, zwischen dänischer Grenze und Elbe zu bieten haben.

2.500 Veranstaltungenfür über 116.000 Teilnehmende

Über 116.000 Dauerteilnehmende werden bis zum 5. Mai beim Kirchentag erwartet, davon mehr als 4.700 aus 85 verschiedenen Ländern.

Über 36.000 Mitwirkende sorgen für mehr als 3.000 Stunden Programm an fünf Tagen. „Wenn man alle 2500 Veranstaltungen besuchen wollte, bräuchte man dafür rund 200 Tage“, verdeutlichte Generalsekretärin Ueberschär die Vielzahl an Angeboten.

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