De Maizière: Gebete kein Ersatz für Politik

Gebete ersetzen keine praktische Politik, erklärte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière am Rande des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dresden. Der CDU-Politiker reagierte damit auf die Äußerungen von Margot Käßmann auf dem Kirchentag. Käßmann hatte bei einer Bibelarbeit erneut den Militäreinsatz in Afghanistan kritisiert und sinngemäß erklärt, Gebete mit den Taliban seien sinnvoller als Bombardierungen.

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Bei einem schweren Sprengstoffattentat im Norden von Afghanistan ist erneut ein Bundeswehr-Soldat getötet worden. Fünf Soldaten erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Bei einem von ihnen werde der Zustand als kritisch eingestuft, berichtete Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière. Die erschütternde Nachricht hatte den CDU-Politiker, der auch dem Kirchentagspräsidium angehört und noch am Morgen privat eine Bibelarbeit mit Ausführungen zum Verhältnis von Glaube und Politik besuchte, am Vormittag erreicht.

Der offenkundig von Taliban verübte Terroranschlag habe sich gegen 7.24 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit im Raum Baglan, etwa 36 Kilometer südlich von Kundus, ereignet, erläuterte de Maizière weiter. Die Angehörigen eines Ausbildungsschutzbataillons seien dabei gewesen, Sprengfallen aufzuspüren, um eine Hauptverbindungsstraße wieder befahrbar und zum Aufbau der Wirtschaft nutzbar zu machen, als ihr Schützenpanzer vom Typ Marder 1 A 5 – die modernste Version – „angesprengt“ worden sei. Die Verletzten wurden umgehend in die Lazarette in Kundus und Masar-i-Sharif geflogen.  
„Wir sind in Gedanken bei ihnen und ihren Angehörigen“, unterstrich der Verteidigungsminister und räumte ein, dass der überproportionale Anstieg von Anschlägen gerade im Norden Sorge bereite. Zugleich bat er um Verständnis, dass zum Schutz der Angehörigen und der Freunde zumindest vorerst weder Namen noch Dienstgrade und Herkunft der Soldaten bekannt gegeben werden.
Zweifel an der Strategie wies de Maizière entschieden zurück. „Die Taliban verlieren an Boden. Sie versuchen zwar den Eindruck von Stärke zu vermitteln. Aber das Gegenteil ist der Fall.“ Afghanistan benötige Sicherheit und Entwicklung, deshalb komme ein Zurückweichen vor der Gewalt gerade jetzt nicht in Frage. Auch in schweren Tagen halte er an dieser klaren Botschaft, an die Soldaten, die deutsche Öffentlichkeit wie auch an die Täter, ohne Wenn und Aber fest.

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