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Unter www.kirchentag.de/dokumente stehen die Texte von Bibelarbeiten und Vorträgen zum Download bereit.

Dresden 2011

33. Deutscher Evangelischer Kirchentag
3. bis 7. Juni 2011

Schlussgottesdienst: Keine Von-Oben-Politik

Rund 120 000 Menschen feierten Gottesdienst an der Elbe.

Mit dem Schlussgottesdienst ist der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dresden zu Ende gegangen. Auf den Elbwiesen im Zentrum der Stadt und bei strahlendem Sonnenschein hatten sich dazu mehr als 120 000 Menschen versammelt. Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt betonte in ihrer Schlussrede, Christen dürften „die Welt nicht ohne Gott, Gott nicht ohne die Welt“ sehen.

Sie appellierte an die Politiker in Deutschland, die Bürger zu fragen und auf „kluge Einwände“ zu hören, bevor man große Entscheidungen treffe „zu Bahnhöfen, Flughäfen, Kraftwerken“. Die Kirchentagspräsidentin fügte hinzu: „Wir wollen keine Von-Oben-Politik, sondern wir sind die Dafür-Republik.“

Auf dem Kirchentag in Dresden sei auch geklärt worden, so Göring-Eckardt, dass die evangelischen Christen weder Wutbürger noch Gutmenschen seien, sondern “gute Bürgerinnen und Bürger in Gottes Welt“. Sie rief dazu auf, allen Menschen zu helfen, die unter Kriegen leiden und Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Zur Wertediskussion in Deutschland sagte die Kirchentagspräsidentin, Deutschland brauche „eine andere Maßeinheit für Wachstum, eine andere Definition für Erfolg, eine neue Form des Zusammenlebens“. In der Energiepolitik komme es jetzt darauf an, „wirklich umzusteigen auf 100 Prozent erneuerbar.“

Zugleich mahnte sie Toleranz gegenüber Andersglaubenden an. Das Dresdner Treffen nannte sie den „ersten echten wiedervereinigten Ost-West-Kirchentag“.

Zuvor hatte die Frankfurter Pfarrerin Ulrike Trautwein in der Predigt des Schlussgottesdienstes erklärt, allzuoft seien Menschen in der Vergangenheit Opfer von falschen Heilsversprechungen geworden oder hätten sich eingebildet, sie könnten das Reich Gottes auf Erden selber schaffen. In so genannten Gottesstaaten, aber auch in totalitären Systemen ohne Gott seien schreckliche Dinge geschehen.

Auch in Deutschland, so Trautwein, könne man wohl kaum ein Reich Gottes sehen. Viele Menschen seien „abgehängt“ und könnten nicht teilhaben am gesellschaftlichen Reichtum. Trautwein rief dazu auf Alternativen in der Politik zu nutzen: „Die Art wie wir wirtschaften und mit internationalen Konflikten umgehen ist nicht alternativlos.“

Der nächste Evangelische Kirchentag ist von 1. bis 5. Mai 2013 in Hamburg geplant. Bei der Einladung dazu im Schlussgottesdienst starteten unter dem Beifall der Gottesdienstbesucher Ruderer auf der Elbe in Richtung Hamburg. Zuvor hatten der katholische Erzbischof Robert Zollitsch und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, zur Teilnahme am 98. Katholikentag eingeladen, der im nächsten Jahr in Mannheim stattfindet.

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