Zollitsch kritisiert Streben nach vordergründigen Sicherheiten

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch hat das in der Gesellschaft verbreitete Streben nach vordergründigen Sicherheiten kritisiert. In Deutschland boome derzeit der Kauf von Edelmetallen und es gebe 50 Arten von Versicherungen, erklärte er in einer Bibelarbeit beim in der Martin-Luther-Kirche. Menschen suchten sich gegen die Vergänglichkeit zu schützen.

Jesus sei aber Recht zu geben, wenn er auffordere, Schätze im Himmel zu sammeln, betonte Zollitsch. Zugleich müsse die Frage gestellt werden, was den Einzelnen wirklich trage. „Schätze der Barmherzigkeit, die bei Gott aufgehoben sind“, seien „Momente der Mitmenschlichkeit“, betonte der Freiburger Erzbischof. Sie seien immun vor „Motten und Rost“, wie es das Matthäusevangelium bezeichne.

Vorsorge ist menschlich

Zollitsch gestand zu, dass es menschlich sei, zu sammeln und vorzusorgen, denn dadurch seien Menschen unruhig und zugleich aktiv. In der Hoffnung und Sorge, dass „es unsere Kinder besser haben werden als wir“, stecke eine Quelle des Wohlstandes und der wirtschaftlichen Prosperität, sagte der Erzbischof. Ein guter Christ müsse nicht alles weggeben, was er besitze. Jesus gehe es um eine innere Haltung, die Gier ablehne.

Vertrauensvolle Sorglosigkeit

Nachdrücklich rief Zollitsch dazu auf, die „goldenen Reserve“ der persönlichen Sicherheit in Frage zu stellen. Heute müssten sich die Menschen fragen lassen, ob sie allein nach Sicherheiten streben sollten, nach einem Haus, dem Bankkonto, der Lebensversicherung, einer guten Stellung in der Firma. Vielmehr sollten sie jede verkrampfte Sorge loslassen und sich der „vertrauensvollen Sorglosigkeit“ zuwenden. Damit würden sie frei für den „unerschrockenen Einsatz für Gottes Gerechtigkeit“.

Diese Seite teilen