Einsatz für Verfolgte statt Schnäppchenjägerei

Etwa 1000 Menschen haben am Freitagabend am traditionellen Politischen Nachtgebet des Kirchentages teilgenommen. Es fand in der Dresdner Kreuzkirche statt, einem der Schauplätze der friedlichen Revolution von 1989. Der Leipziger Pfarrer Christian Führer appellierte an die Christen, sich von der heutigen Gesellschaft „nicht zum Schnäppchenjäger degradieren“ zu lassen.

Vielmehr seien „Leute nötig, die nicht abtauchen, wo anderen Gewalt angetan wird“. Als Beispiel nannte er die evangelische Kirche in der DDR: „Sie hat sich nicht – wie vom Regime geplant – zu einem Dienstleistungsbetrieb für die Befriedigung religiöser Bedürfnisse machen lassen, sondern war Ort der Ermutigung und des Aufbruchs.“

Gott macht die Gefangenen frei

Das Politische Nachtgebet zum Thema „Gott macht die Gefangenen frei“ (Psalm 146,7) wurde gemeinsam mit der Organisation „Amnesty International“ veranstaltet, die seit 50 Jahren auf die Schicksale politischer Gefangener aufmerksam macht. Besonders vorgestellt wurde das „Zentrum Frauenwürde“ in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Die Tochter der Gründerin berichtete von der Situation der tschetschenischen Frauen, die durch Kriegsfolgen und soziale Zwänge besonders belastet sind, sowie von den Hilfsangeboten des Frauenzentrums.

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