Beatrice von Weizsäcker fordert Christen zu Engagement und Gottvertrauen auf

Die Publizistin Beatrice von Weizsäcker hat davor gewarnt, die Bergpredigt als Freibrief für Rücksichtslosigkeit und Nichtstun auszulegen. „Gott will, dass wir den Blick hoffnungsvoll von uns ab- und den anderen zuwenden. Er will, dass wir uns kümmern“, sagte sie in ihrer Bibelarbeit zu Matthäus, Kapitel 6 in der Auferstehungskirche in Dresden. Sich nicht um Leben, Nahrung und Kleidung zu Sorgen, sei nicht dasselbe, wie sich um diese Dinge nicht zu kümmern, wenn sie zu Lasten anderer gehen.

„Wir beuten die Erde aus, wir zerstören sie. Gott hat sie uns schließlich anvertraut“, sagte sie, „Wir machen uns die Erde untertan – und Gott gleich mit dazu.“ Damit aber hätten wir unser eigenes Herz verloren und bewiesen nur, dass wir Gottes Zusagen für das Leben nicht vertrauen würden. Was wirklich glücklich mache, könne man nicht kaufen, sondern erhielte es von Gott geschenkt.

„Vernichten wir den Freibrief, den wir aus der Bergpredigt gemacht haben“, sagte sie „Wir sind zur Freiheit berufen und nicht zur Sorge verdammt.“ Sie rief dazu auf, die Gegenwart wert zu schätzen, den eigenen Platz in der Welt wahrzunehmen, und andere Menschen anzunehmen. „Mischen wir uns ein, wenn wir auf Ungerechtigkeiten stoßen, kümmern wir uns um andere, wenn sie uns brauchen. Denn wo unser Engagement ist, da ist auch unser Schatz. Und wo unser Schatz ist, da ist auch unser Herz.“

Diese Seite teilen