Nach mehr als 40 Jahren verabschiedet sich Jörg Zink vom Kirchentag

Der Theologe Jörg Zink, einer der langjährigsten und populärsten Referenten beim Evangelischen Kirchentag, hat sich am Freitag von seinem Publikum verabschiedet. Über Video war der 88-Jährige in die Dresdner Eisarena geschaltet.

Nach einer schweren Operation habe er das Risiko einer Reise nach Dresden nicht eingehen können, sagte Zink. Die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, habe die Idee gehabt, seinen letzten Beitrag über Bildschirm aus seinem Stuttgarter Haus zu übertragen. Seit 1970 hat Zink bei Evangelischen Kirchentagen unzählige morgendliche Bibelarbeiten gehalten. „Die waren mir wichtig, weil ein Kirchentag ohne Orientierung an der Bibel nicht sein kann“, betonte er.

Gespräch mit anderen Religionen gewünscht

Der Theologe und Buchautor verband seine Verabschiedung mit dem Wunsch, dass der Kirchentag weiter blühe und gedeihe und dass er seinen Weg finde zur Gemeinschaft auch mit den katholischen Christen. Zink äußerte außerdem die Hoffnung, dass der Kirchentag das Gespräch mit anderen Religionen voranbringt. Hierin liege die Aufgabe, die heute gestellt sei. Zink wünschte sich, dass der Kirchentag mutige Schritte in die Zukunft tut und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) dabei mitnimmt.

Glanz der Kirche verblassen

Nach den Worten Zinks werden die Verantwortung und die Stimme des einfachen Menschen immer wichtiger. „Wir leben in einer Zeit, in der der Glanz und der Einfluss der Kirche verblassen“, sagte der Theologe. Die Pfarrer könnten immer weniger allein zuständig sein für  das, was Kirche sei. Sie seien zudem für immer mehr Menschen zuständig. An die Zuhörer appellierte Zink, sich zu engagieren:„Sagen Sie nicht: Ich bin dafür zu dumm. Was ich denke, ist sowieso Schrott. Vertrauen Sie auf die Lebendigkeit, die die Anrede Jesu in Ihnen weckt.“

Christen sollten laut Zink von hohen Rössern absteigen und „unten leben“, und zwar „auf dem letzten Platz“. Und sie sollten „unten lieben“. Dort seien sie freie Menschen. Hier finde das Leben seinen Sinn.

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