500 Christen feiern ökumenisches Abendmahl

Etwa 500 Gläubige aus verschiedenen christlichen Konfessionen haben auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden gemeinsam Abendmahl gefeiert. Dem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche der Diakonissenanstalt in Dresden-Neustadt lag die so genannte Liturgie von Lima zugrunde, auf die sich 1982 der Weltkirchenrat verständigt hatte.

„Die Lima-Liturgie entstand auf dem bisherigen Höhepunkt der ökumenischen Bewegung“, erklärt die am Gottesdienst mitwirkende Petra Bosse-Huber, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland. „In unserer Zeit, in der der Ökumene-Elan nachgelassen hat, bewahrt die Lima-Liturgie das Feuer auf. Sie ist für sehr viele Christen ein Herzensanliegen – wie wir auch an diesem Abend wieder gesehen haben.“ Römisch-katholische und ostkirchliche Amtsträger stehen ihr jedoch weiterhin skeptisch gegenüber.

Deutschlands alt-katholischer Bischof Matthias Ring kritisierte in seiner Predigt diejenigen, die dem gemeinsamen Abendmahl von Katholiken, Orthodoxen und Protestanten ablehnend gegenüber stehen. „Es ist schwer verständlich, wenn Menschen Schranken errichten, die anderen den Zugang erschweren. Gott öffnet uns den Weg zur Gemeinschaft, ohne eine Vorleistung zu fordern. Wir Christen sollten uns seine Großzügigkeit zum Maßstab nehmen.“

An der Liturgie, die vom Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Landesbischof Friedrich Weber, geleitet wurde, nahmen auch zwei Vertreter der Kirche von England teil: Nicholas Baines, Bischof von Bradford, sowie Canon David Porter von der Nagelkreuzgemeinschaft Coventry.

Die mittelenglische Stadt Coventry war im November 1940 von deutschen Bombern zerstört worden – einschließlich ihrer Kathedrale. Im Februar 1945 wurde dann Dresden von anglo-amerikanischen Luftangriffen zu großen Teilen zerstört, darunter auch das Diakonissenkrankenhaus. Hier trugen dann in den 1960er Jahren christliche Freiwillige aus Coventry im Rahmen der „Aktion Sühnezeichen“ maßgeblich zum Wiederaufbau bei. In der Kirche der Diakonissenanstalt befindet sich seitdem das Nagelkreuz von Coventry als Zeichen der Versöhnung. Coventry ist seit 1959 Partnerstadt von Dresden.

Fotonachweis: +Alan/flickr.com

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