Bibelarbeit: Bergpredigt Jesu kann politische Gestalt annehmen

Der politische Neubeginn im Geist der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg und die Revolution des Jahres 1989 in Deutschland mit dem Ruf „Keine Gewalt!“sind zwei Beispiele dafür, wie die Bergpredigt in die Gesellschaft wirkt.

Der frühere Ratsvorsitzende der EKD und Berliner Bischof Wolfgang bekräftigte in seiner Bibelarbeit, dass der Geist der Bergpredigt politische Gestalt annehmen kann.

Diese friedliche Revolution habe Deutschland „tief verändert“, sagte Huber und fügte hinzu: „Von dieser Veränderung zehren wir noch heute, wenn wir hier in Dresden beim Kirchentag zusammenkommen.“ Die Bergpredigt Jesu mit den Seligpreisungen der Sanftmütigen, Friedfertigen und Barmherzigen steht nach den Worten Hubers andererseits „in einer offenkundigen Spannung zu den harten Fakten einer unerlösten Welt“.

Bürgerkrieg in Libyen und Atomkatastrophe in Fukushima

Huber wies in diesem Zusammenhang auf die Versuche in Libyen hin, sich vom Diktator Muammar Gaddafi zu befreien. Auch im Blick auf das Reaktorunglück in Fukushima suche man nach einer Antwort aus der Bergpredigt. Weltweit seien 438 Atomkraftwerke in Betrieb. Da herrsche ein „großer Abstand zur Seligpreisung“ der Sanftmütigen, die das Erdreich besitzen werden. Ob es bei diesem Abstand bleiben müsse, sei eine entscheidende Frage des Jahres 2011.

Bibelarbeit hielt Wolfgang Huber im Dialog mit dem Hildesheimer Theologen und Kirchenmusiker Jochen Arnold. Die Bergpredigt habe einen neuen Ton, fasste der Kirchenmusiker zusammen. Sie atme den Sound der Versöhnung. Sie sei ein Gegenklang, eine Art Kontrapunkt des Lebens gegen den Tod.

 

 

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