EKD-Ratsvorsitzender: Absolutheitsanspruch von Religionen überholt

Muslime und Christen sollten gemeinsam soziale Gerechtigkeit schaffen. So das Fazit einer Dialogveranstaltung zwischen dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider und Mustafa Ceric, muslimischer Großmufti von Sarajewo.


Nikolaus Schneider betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. „Ein Dialog, der hilft, auch im Fremden das Ebenbild Gottes zu sehen, entspricht Gottes Willen“, so Schneider. Den Absolutheitsanspruch des Christentums relativierte er dabei: „Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die Wahrheit allein zu besitzen. Gott ist immer größer als unsere Wahrheitserkenntnis“, so der Ratsvorsitzende.  Als gemeinsame Wahrheitssucher „können Muslime und Christen gemeinsam handeln“, damit soziale Gerechtigkeit möglich werde.

Gemeinsame spirituellen Revolution

Zu einer gemeinsamen „Spirituellen Revolution“ rief Mustafa Ceric auf. „Das 21. Jahrhundert wird ein spirituelles Jahrhundert sein – oder es wird überhaupt nicht sein.“ Mit Blick auf die Herausforderungen der Zeit schloss sich der Großmufti der Haltung von Margot Käßmann an: „Es gibt keinen gerechten Krieg – nur gerechten Frieden. Es gibt keinen heiligen Krieg – nur heiligen Frieden.“ Auf Klimawandel, atomare Bedrohung und Armut könnten die großen Religionen nur gemeinsam Antworten finden. Die Voraussetzungen dafür seien da: „Wir teilen viele Grundwerte miteinander und glauben an den gleichen Gott“, so Ceric im überfüllten Saal 4 des ICC.

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