Das Plakat des Bremer Kirchentages zeigt die Losung "Mensch, wo bist du?" gedruckt auf einem weißen Ballon, der aussieht wie eine Sprechblase, die in einem blauen Himmel schwebt.

Bremen 2009

32. Deutscher Evangelischer Kirchentag
20. bis 24. Mai 2009

Mensch, wo bist Du?

(1. Mose 3,9)

Themenschwerpunkte und Bibelarbeiten

Die drei Hauptvortragsreihen des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentages trugen die Namen "Horizonte des Glaubens", "Perspektiven für die Gesellschaft" und "Chancen für die Welt". Die Bibelarbeiterinnen un Bibelarbeiter interpretierten Donnerstag 1. Mose 3, "Wissen, was gut und böse ist"; Freitag Lukas 10,25-37, "... wie dich selbst" und Samstag 1. Mose 16,1-16, "Wo kommst du her, und wo willst du hin?".

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Bei der Aktion "Land Unter" werden Ballons steigen gelassen.

Rückblickend: Gedanken zur Losung

von Ulrich Krämer

Mensch, wo bist Du? Das war die Frage des bereits einige Monate zurückliegenden Kirchentages. Mit ihr verband sich die Hoffnung auf Antworten zu den drängenden Herausforderungen dieser Zeit. Der Kirchentag sollte für die Teilnehmenden auch eine Art Standortbestimmung ermöglichen und wegweisende Antworten finden helfen.

Im Einzelfall mag er diese Funktion auch gehabt haben. Für alle Teilnehmenden hat er das aber sicher nicht leisten können. Die Frage "Mensch, wo bist Du?" bleibt auch danach noch hoch aktuell. Und jede Antwort darauf ist immer nur eine flüchtige Standortbestimmung, die im nächsten Augenblick bereits überholt ist.

Das eigentliche Kontinuum sind die Herausforderungen, denen wir nach wie vor gegenüber stehen. Die Anfragen der Realitäten an uns sind immer noch brennend. Umwelt, Hunger, Armut, Gewalt – Schlagworte, hinter denen sich Berge von Problemen türmen.

Mensch, wo? Irgendwie sind wir überall. Einige sind weit weg von den Schwierigkeiten unserer Zeit, in der Hoffnung, dass sie aus der Distanz betrachtet an Bedrohlichkeit verlieren. Andere stehen auf einem Berg und erheben sich über die Probleme: "No problem! Ich schaffe das schon." Wieder andere befinden sich am Fuß des Berges und versuchen, ihn mehr oder weniger engagiert und erfolgreich abzutragen.

Jesus von Nazareth war auf der Wanderschaft, hat seinen Standort ständig gewechselt. Er hat Berge erklommen und den beflügelnden Aufenthalt dort oben genossen. Er ist auf den See geflohen, um Distanz zu den Herausforderungen aufzubauen. Oder er hat sich den Menschen aufopfernd zugewandt. Jede Position, die wir in seinem Sinne einnehmen, hat ihre Berechtigung. Vielleicht ermöglicht gerade die Vielzahl unserer Positionen und Standorte, dass wir gemeinsam unsere Problemberge handlungsorientiert und vertrauend abtragen können.

Mensch – Wo? Auf der Suche? In Bewegung? Ja, gerne. Nur bitte nicht erstarrt und fixiert. Das ist nicht evangelisch.

Ursprünglich erschienen auf "e wie evangelisch"

Mädchen mit Kerze beim Abend der Begegnung

Statistiken

Zum ersten Bremer Kirchentag kamen 99.440 Dauerteilnehmende und 40.284 Tagesteilnehmende. 30.435 von ihnen waren Mitwirkende. 59,37 Prozent waren weiblich. 1.503 Menschen mit Behinderung nahmen Teil. 34.632 Menschen schliefen in 168 Schulen, 6.778 übernachteten in Privatquartieren. Bei den Kollekten wurden insgesamt 229894,66 Euro eingenommen.

Das Lied zur Losung von den Wise Guys

Thomas D auf der Bühne
Finster dreinblickender Helfer
Grüne Hügel im Zentrum Jugend
Hartmut Engler auf der Bühne

Ein Kirchentag - Vier Gastgeberkirchen

Gastgeberin des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentages ist die Bremische Evangelische Kirche. Doch die Kirchentagsregion endete erstmals nicht an den Grenzen einer Landeskirche: Das große Fest des Glaubens bereiten auch die drei benachbarten Kirchen vor: die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, die Evangelisch-Lutherische Kirche Oldenburg und die Evangelisch-
reformierte Kirche.

Anselm Grün am Mikrofon
Gruppenbild einer Streetperformance
Ein junger Helfer blickt direkt in die Kamera
Gebärdensprachdolmetscher beim Schlussgottesdienst

Regionale Projekte

Der Kirchentag in Bremen trug eine norddeutsche Note tragen. Deshalb arbeiteten die Beauftragten der vier Landeskirchen gemeinsam mit Partnern an Projekten, die typisch, wichtig und aktuell waren für die Menschen und die Kirchentagsregion.

Foschertage im Universum Bremen

In riesige Seifenschäume abtauchen und in Träumen versinken. Wunderbare Installationen zum Klingen bringen. Hitzige Debatten mit Prominenten moderieren. Oder als Forscher auf Entdeckungsreise gehen. Das und mehr gab es während der Forscher- und Entdeckertage im Universum Bremen anlässlich des Kirchentages.

Zentrum Welthandel auf der Cap San Diego

Bremen ist eine Hansestadt mit internationalen Handelsbeziehungen. Zu beiden Seiten der Weser gelegen ist sie ein wichtiger Standort für Reedereien. Die Deutsche Seemannsmission und die Norddeutsche Mission haben hier ihren Sitz. Der Welthandel ist ein Bremisches Thema.

Ihm widmete sich vom 21. bis 23. Mai während des Kirchentages ein Veranstaltungs-Zentrum. Es ging um fairen Handel und fairen Transport.

Veranstaltungsort war die Cap San Diego, das weltgößte seetüchtige Museums-Frachtschiff. Es hat seinen Heimathafen in Hamburg und machte vom 17. Mai und bis 25. Mai im Europahafen fest.

Raum-Klang-Installation in St. Stephani

In der Bremer Kulturkirche St. Stephani entstand eine Raum-Klang-Installation der international renommierten Bremer Künstler Yuji Takeoka und Kilian Schwoon:

Das Südschiff, dass im Krieg zerstört worden ist, erfuhr eine zeitgenössische Rekonstruktion und wurde während des Kirchentages für Podiumsdiskussionen genutzt.

Auf dem Schal steht "Hier bin ich" als Antwort auf die Losung
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