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Zeig dich!

Das Regionale Kulturprogramm auf dem Kirchentag

"Zeig dich!" - Unter diesem Motto plant ein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) berufener Kulturbeirat ein regionales Kulturprogramm in Berlin anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Das Motto versteht sich komplementär zur Kirchentagslosung „Du siehst mich“. Es betont das selbstbewusst-kreativ-aktive Moment gegenüber einem passiven Angesehenwerden. In einer Stadt, in der die Religionen verstärkt im Licht der Öffentlichkeit stehen und zugleich die Anonymität des Privaten an Stellenwert gewinnt, lädt es Menschen dazu ein, sich und ihr Selbst-, Welt- und Gottesverständnis selbstbewusst und öffentlich zu zeigen und zur Diskussion zu stellen.

Zugleich ist das Motto "Zeig dich!" eine Einladung an die vielfältige Kunst- und Kulturszene Berlins, sich und ihr Tun den Gästen des Kirchentages und natürlich auch den Berlinerinnen und Berlinern zu zeigen.

An drei Orten in Berlin sollen aktuelle Positionen zeitgenössischer Kunst erlebbar werden. Die Peripherie der Ausstellungsorte wird außerdem mit künstlerischen Interventionen, Installationen und Performances bespielt. Zudem ist die Einbeziehung des umgebenden öffentlichen Raumes Bestandteil des Projektes.

Ausstellungsorte

Im Rahmen der Ausschreibung werden künstlerische Projekte erwartet, die das Thema „Zeig Dich!“ aufnehmen und für den Zeitraum vom 25. bis 27. Mai 2017 für einen der folgenden drei Ausstellungsorte entwickelt werden.

St. Elisabeth-Kirche in Berlin-Mitte

1835 von Karl Friedrich Schinkel erbaut, 1945 bis auf die Grundmauern zerstört, mehr als 50 Jahre Ruine, seit 1990 im Aufbau – St. Elisabeth ist ein Ort, an dem Geschichte spürbar bleibt. Ein Freiraum für unterschiedlichste Künste, den diese Kirche inmitten der Stadt offenbart: ein Ort der künstlerischen Entfaltung, der Improvisation, der Konzentration und des Dialogs von Kultur und Kirche.

2003 hat die kulturell engagierte Evangelische Kirchengemeinde am Weinberg das Kultur Büro Elisabeth mit dem Ziel gegründet, einen Kulturbetrieb in ihren denkmalgeschützten Gebäuden zu etablieren und für deren Erhalt zu sorgen. Getreu seinem Motto Kultur Raum Geben stellt das Kultur Büro Elisabeth zusammen mit dem Kulturausschuss der Gemeinde aus einer stetig steigenden Zahl von Projektanträgen ein vielfältiges Kulturprogramm zusammen. Schwerpunkte bilden in St. Elisabeth Aufführungen Alter und Zeitgenössischer Musik, modernes Musik-, Sprech- und Tanztheater, Ausstellungen moderner Kunst und experimentelle Projekte, die verschiedene Gestaltungsformen kombinieren.

Projekte im Kirchpark St. Elisabeth sind möglich und erwünscht, müssen aber ggf. mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.

Mehr Informationen über St. Elisabeth auf der Website der Kirche.

St. Matthäus-Kirche im Kulturforum, Berlin-Tiergarten

Die Citykirche St. Matthäus ist die Kunst- und Kulturkirche der EKBO. 1846 nach Plänen des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler erbaut und im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde sie 1956 bis 1960 wieder aufgebaut und steht heute – außen rekonstruiert, innen modernisiert – als einzig verbliebenes historisches Bauwerk inmitten des Berliner Kulturforums, einem der wichtigsten Kulturzentren der Stadt. Dort ist sie seit 1999 in Trägerschaft der landeskirchlichen Kulturstiftung St. Matthäus einerseits geistlicher Ort für sonntägliche Gottesdienste und tägliche Mittagsandachten, andererseits kultureller Ort mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Konzerten und Lesungen. Ihre Gemeinde und ihr Publikum sind geprägt durch das kulturelle Umfeld des Kulturforums.

Aufgrund eines eigenen Ausstellungsprojektes während des Kirchentages und bereits geplanter Veranstaltungen in der Kirche werden für diesen Ort vorrangig zeitlich definierte künstlerische Beiträge in den Bereichen Klangkunst, Literatur oder Performance erwartet. Im Außenraum der Kirche sind darüber hinaus auch Objekte, Installationen und performative Arbeiten möglich.

Mehr Informationen auf der Website der Stiftung St. Matthäus

Zwingli-Kirche in Berlin-Friedrichshain

Ein neugotischer Kirchenbau von 1908 und seit einigen Jahren ein Ort, der durch die Aktivitäten des Vereins „KulturRaum Zwingli-Kirche e. V.“ eine überregionale kulturelle Bedeutung gewonnen hat. Bekannt ist die Gegend am Osthafen, an der Oberbaumbrücke und am Bahnhof Warschauer Straße durch die East Side Gallery und eine blühende Party- und Clubszene. Das imposante Gebäude der Zwingli-Kirche liegt mitten im Areal zwischen Spree und Bahngleisen – der sogenannten Lichterstadt –, das seit 1905 industriell geprägt war durch Osram und nach 1945 durch Narva.

Für diesen Ort werden vor allem medienkünstlerische Arbeiten, Installationen, Objekte, Projektionen sowie performative Beiträge erwartet.

Mehr Informationen auf der Website der Zwingli-Kirche.

Die Zwingli-Kirche in Berlin Friedrichshain
Zwingli-Kirche. Bild: Juantorocreativo / CC-BY-SA 3.0 / cropped

Das Verfahren – offene Ausschreibung

Für die Gewinnung der Künstlerinnen und Künstler ist eine offene Ausschreibung für alle künstlerischen Genres vorgesehen. Die Jury wird aus Fachleuten des Regionalen Kulturbeirates und externen Fachleuten besetzt.

Jurymitglieder

Bernd Krebs, Beauftragter der EKBO für das Reformationsjubiläum – Hannes Langbein, St. Matthäus-Kirche – Karin Scheel, Zwingli-Kirche – Isabel Schubert, St. Elisabeth-Kirche – drei externe Fachleute aus dem Kunst- und Kulturbereich

Budget

Die zur Realisierung ausgewählten künstlerischen Projekte sollen jeweils mit einem Volumen von bis zu 5.000 Euro unterstützt werden. Eine Honorierung der Entwürfe ist nicht vorgesehen. Ein Kostenplan, in dem die Material- und Honorarkosten getrennt aufzuführen sind, und in den alle Neben- und Zusatzkosten eingerechnet sein müssen, ist mit der Bewerbung einzureichen. Abweichungen müssen begründet werden.

Die Kunstprojekte in und an den Kirchen

Bei den künstlerischen Projekten muss es sich um neu entwickelte Arbeiten handeln; sie sollen aktuelle künstlerische Positionen im Hinblick auf das Thema „Zeig Dich!“ sein und einen Einblick in die Kunstmetropole Berlin geben. Das Thema bietet einen breiten Spielraum für künstlerische Auseinandersetzung, das Projekt geht dabei von einem zeitgenössischen Kunstbegriff aus.

Innenraum: Die künstlerischen Arbeiten sollen räumliche und ästhetische Potentiale der jeweiligen Orte erkennen und im Sinne des Themas entwickeln. Teilnahmeberechtigt sind alle künstlerischen Formen wie zugeordnet, traditionelle künstlerische Techniken sind ebenso zugelassen, wie Arbeiten aus dem Bereich Medien-, Licht- oder Klangkunst. Auch musikalische und performative Beiträge können eingereicht werden.

Außenraum: Erwartet werden hier künstlerische Ideen und Konzepte mit Aktionspotenzial, mit Sichtbarkeit, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenken. In Form von temporär-künstlerischen Installationen, Interventionen und Aktionen im Stadtraum soll das Thema reflektiert werden. Die künstlerischen Arbeiten sollen räumliche und ästhetische Potenziale des umgebenden Stadtraums erkennen und diese in einer bildhaft skulpturalen, installativen oder performativen Form themenbezogen darstellen.

Zeitlicher Ablauf

  • Veröffentlichung der Auslobung: 15. Juni 2016
  • Vor-Ort-Termin für interessierte Künstlerinnen und Künstler:
  • St. Elisabeth-Kirche: 15. Juli 2016, 10.00 bis 18.00 Uhr
  • St. Matthäus-Kirche: 15. Juli 2016, 14.00 bis 16.00 Uhr
  • Zwingli-Kirche: 18. Juli 2016
  • Entwurfsabgabe: 15. September 2016
  • Juryentscheidung: 41. Woche (ab 10. Oktober 2016)
  • Realisierung: 25. bis 27. Mai 2017

Ausstellungen

Die Öffnungszeiten der Innenräume an den drei Tagen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Eine Vernissage ist nach Absprache am Donnerstagvormittag ab 11.00 Uhr möglich.

Arbeitsbereiche in den Gebäuden

Als Arbeitsbereiche sind die öffentlich zugänglichen Orte innerhalb des jeweiligen Gebäudes vorgesehen. Jegliche Eingriffe in die Bausubstanz sind nicht zulässig. Gewünschte Arbeitsbereiche an nicht öffentlich zugänglichen Stellen müssen mit dem jeweiligen Kurator abgestimmt werden. Die Entscheidung der jeweilig nutzbaren Arbeitsbereiche obliegt dem Kurator oder der Kuratorin.

Bewerbung

Die Bewerbung um Ausstellungsteilnahme ist allen professionell tätigen Künstlerinnen und Künstlern im Raum Berlin – Brandenburg möglich. Aus den Bewerbungsunterlagen muss der gewünschte Ort für das künstlerische Vorhaben hervorgehen. Die Teilnahme an der Vor-Ort-Besichtigung wird ausdrücklich empfohlen.

Bewerbungsunterlagen

  1. Vita
  2. Ideenskizze (max. eine A4-Seite Text als Word-Datei)
  3. Datei mit Visualisierung (max. 1 MB als jpg-Datei)
  4. Kostenplan
  5. Unterschriebene Verfassererklärung
  6. Unterschriebene Einverständniserklärung

Alle Bewerbungsunterlagen sind digital bis zum 15. September 2016 einzureichen an Heide Stauff unter E-Mail stauff@kirchentag.de.

Datenschutz

Personenbezogene Daten werden ausschließlich zur Abwicklung der Ausstellung verwendet.

Bildende Kunst bleibt Eigentum der Künstlerin/des Künstlers. Dem Deutschen Evangelischen Kirchentag werden ausführend für den Regionalen Kulturbeirat Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte während der Veranstaltung und zu Dokumentationszwecken erteilt.

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