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Datum:
20. Juni 2019
Veranstaltungen:
Bewegt Belebt Begeistert
Sport und Glaube als Lebenskunst
Do. 11.00–13.00, Eissportzentrum Westfalen, EG, Bahn 2, Bereich Westfalenhallen, Innenstadt-West (194 | E3)

Magdalena Neuner auf dem Kirchentag


„Nach sechzehn Jahren Leistungssport bin ich spiritueller geworden"


Olympia-Gold, Weltcup-Siegerin, Weltmeisterin: Die ehemalige Biathletin Magdalena Neuner hat in ihrem Sport alles erreicht. Auf dem Kirchentag erklärt sie, warum sie den Leistungssport nicht mehr braucht und wie wichtig ihr der Glaube ist.

von Sebastian Deliga

Der grüne Kirchentagsschal steht Magdalena Neuner mindestens genauso gut wie eine olympische Medaille. „Sport und Glaube als Lebenskunst“ heißt die Gesprächsrunde, die sich am Donnerstag in der Eissporthalle zusammengefunden hat, und Doppel-Olympiasiegerin Neuner, einst Star der Biathlon-Szene und als „Gold-Lena“ in den Herzen ihrer Fans verewigt, spricht offen: Über ihren Glauben an Gott, Streit im Biathlon-Zirkus und die Härten des Leistungssports.

Interviews bis 3 Uhr nachts: „Das hat an mir gezerrt.“

Sechzehn Jahre sei sie Profi-Biathletin gewesen, sagt Neuner. Das bedeutet Konkurrenz, Wettbewerb, ständiges Reisen. Doch gerade in dieser Zeit sei sie spiritueller geworden. „Weil man Leistung bringen muss. Weil man so viele Einflüsse von außen hat, die einen so durcheinander bringen,“ sagt Neuner. In ihrer aktiven Zeit begann sie, mit einem Mentaltrainer zusammenzuarbeiten. „Dadurch habe ich mehr zu mir selber gefunden und auch eine Verbindung zu einer göttlichen Kraft.“

Gerade die Zeit ihres größten Erfolges sei es gewesen, die ihr am schwersten gefallen sei. 2010 hatte sie während der Olympischen Winterspiele in Vancouver zweimal Gold gewonnen und einmal Silber. Neuner stand im Mittelpunkt der Weltpresse. Sie wurde herumgereicht:“Bis 3 Uhr nachts habe ich Interviews geben müssen. Das hat an mir gezerrt“, sagt Neuner. Nicht mehr als Mensch sei sie gesehen worden, sondern als bloßes Objekt der Berichterstattung.

Allein im olympischen Dorf

Hinzu kam: „Ich war isoliert im Olympischen Dorf.“ Die Stimmung im deutschen Biathlon-Team der Frauen sei nicht gut gewesen, die anderen Athletinnen seien auf sie, den erfolgreichen Star, nicht gut zu sprechen gewesen. Zwar habe sie regelmäßig mit ihrer Familie telefoniert, aber „es hätte mir gut getan, dort jemandem zu haben, mit dem man sprechen kann.“

Neuner: „Es gibt eine Kraft, die uns im Leben leitet.“

Durch ihren Mentaltrainer habe sie wieder mehr zu sich selbst gefunden. Und auch heute, nach der großen Karriere, helfe ihr der Glaube, so Neuner, heute zweifache Mutter: „Es gibt viele Parallelen zwischen Leistungssport und Familie. Als Mama mit Kindern ist man im Alltag oft großen Herausforderungen ausgesetzt.“ Da müsse man auch oft darauf vertrauen, dass alles gut werde, so Neuner. „Da ist das Wissen, dass es eine Kraft gibt, die uns im Leben leitet, sehr hilfreich.“


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