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Datum:
19. Juni 2019

Eröffnungs-Pressekonferenz


Basislager und überraschendes Experimentierlabor


Vorfreude auf spannende Tage in einer „Stadt der kurzen Wege“.

von Wolfgang Heilig-Achneck

Die Signale stehen auf Grün: Die Farbe der Hoffnung soll den Kirchentag prägen, der zum dritten Mal in Dortmund zu Gast ist. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker und Generalsekretärin Julia Helmke beschrieben die große Kombination aus Glaubensfest und gesellschaftlichem Forum bei der Eröffnungspressekonferenz als „Basislager“ für die Stärkung an Leib und Seele, als „Erinnerungsspeicher“ und Experimentierlabor und als „Ort der Herzensbildung“. Das Motto „Was für ein Vertrauen“ treffe den Nerv der Zeit angesichts von Erfahrungen wie dem Bröckeln von Solidarität und demokratischen Gepflogenheiten, betonte auch Präses Annette Kurschus von der gastgebenden Evangelischen Kirche von Westfalen. „Zukunft gestalten geht nicht ohne Vertrauen.“

Der Kirchentag greife die diffusen, von Globalisierung und Digitalisierung ausgelösten Ängste auf und wolle der Renaissance von „alten Wahnideen“ und nationalistischen Verrücktheiten ebenso mutig entgegentreten wie den Parolen, die von einer „rabiaten Missachtung der Menschenwürde“ zeugen und einen „verdammt großen Resonanzboden“ finden, bekräftigte Leyendecker. Dass ein Politiker „hingerichtet wird, weil er für Menschlichkeit eintrat“, habe er bis vor kurzem für hierzulande undenkbar gehalten, sagte der seit 50 Jahren mit dem Kirchentag vertraute Journalist in Bezug auf den offenkundig rechtsextrem motivierten Mordanschlag in Kassel. Als „gottlos“ habe schon Dorothee Sölle den resignierenden Satz „da kann man nichts machen“ zurückgewiesen.

Umso mehr freue sich der Kirchentag auf einen Gast wie den legendären Oberbürgermeister von Palermo, Leoluca Orlanda, der am Donnerstag in der großen Westfalenhalle erwartet wird. Seine Botschaft sei: „Ich bin ein Mensch, eine Person, die etwas wert ist.“ Und das gelte für alle, Heimatlose wie Beheimatete. „Das ist Evangelium. Das ist der Sinn von Kirchentag.“ Den er im übrigen „nie als linke Veranstaltung gesehen“ habe, weil er für „alte Werte, Menschenwürde und die Bewahrung der Schöpfung“ stehe. Bei einem Konservatismus-Panel hat sich daher auch der Kirchentag eine unmissverständliche Begriffsklärung vorgenommen: „Rechts im Sinne von konservativ und Rechtsradikal haben meist nichts miteinander zu tun.“

Eigene Akzente setzt die gastgebende Landeskirche zum einen mit dem Zentrum Wandel, in dem exemplarisch die Transformationsprozesse beleuchtet werden, die gerade dem Ruhrgebiet tiefgreifende Veränderungen Wandel beschert und dabei auch vitale Kräfte freigesetzt haben.  Zum anderen mit einem Zentrum Sport, das es in dieser Form erstmals bei einem Kirchentag gibt und besonders gut zu Dortmund passt. Neben der Faszination und Begeisterung kommen auch Risiken und Nebenwirkungen zur Sprache, erläuterte Präses Kurschus. „Nach den anstrengenden Vorbereitungen empfinden wir den Kirchentag jetzt als Glück, Geschenk und Segen.“

Generalsekretärin Julia Helmke verwies darauf, dass es – dem gesellschaftlichen Trend entsprechend – auf dem Dortmunder Kirchentag mehr interaktive und partizipative Formate gebe und Veranstaltungen gebe als je zuvor. Besonders im erstmals geplanten Workshophaus sei die Kapazitätsgrenze bereits überschritten. Der Kirchentag schaffe – analog wie digital und möglichst barrierefrei - Räume der Begegnung und stelle sich der Krise der Kirche beispielsweise mit dem „Container.Kiez.Kirche“ beim Zentrum Jugend. Als „überraschend anders“ sollen die Gäste aber auch die Stadt selbst  erleben. Nach Flächenerhebungen sei Dortmund die zweitgrünste Stadt in Deutschland, so Stephan Menzel, der Finanzchef des Kirchentags. „Und mit den grünen Schals machen wir sie jetzt für ein paar Tage zur grünsten.“


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