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Datum:
11. März 2019

Statement der Präses


Unterwegs nach Dortmund


Dr. h.c. Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Zusammen mit 2,2 Millionen evangelischen Christinnen und Christen und vielen anderen Menschen in Stadt und Region freue ich mich auf den Dortmunder Kirchentag. Beim Abend der Begegnung werden wir Westfalen als gastgebende Kirche die Gäste herzlich in Dortmund willkommen heißen und uns dabei mit zwölf westfälischen Regionen vorstellen – vom Siegerland bis nach Tecklenburg, von Bottrop bis Paderborn.

Für zwei prominente Zentren wird die Evangelische Kirche von Westfalen besondere Verantwortung tragen: Es ist das Zentrum Sport und es ist das Zentrum Wandel. Beide will ich Ihnen kurz vorstellen.

Zentrum Sport

Ein Zentrum Sport gibt es auf Anregung unserer Landeskirche zum ersten Mal auf einem Kirchentag. Sport gehört nach Dortmund, er gehört in die Region und ins Revier. Sport ist – wie Religion und Glaube – eine der großen gesellschaftlichen Bindekräfte der Gegenwart, und zwar nicht nur als eine Art Ersatzreligion, sondern ausdrücklich auch mit dem Glauben.
Wir fragen im Zentrum Sport: Was verbindet Sport und Glaube? Was bedeuten Teamgeist, Fairness und Vertrauen „auf’m Platz“, im Glauben und darüber hinaus?
Wir reden mit Sportlern und Sportwissenschaftlerinnen, mit Fans und Kritikern über die Lust am Erfolg, die schnell in Zwang zum Erfolg umschlägt; wir reden über Sport als Integrationsmechanismus, Selbstoptimierung, Kommerz und Begeisterung. Nicht zuletzt treiben wir selbst Sport: Wir gehen aufs Eis, schwingen das Tanzbein, segeln auf dem Phönix-See und erproben Vertrauen am Kletterturm. Zu mehr als 30 verschiedenen Mitmach-Sportangeboten laden wir ein.

Zentrum Wandel

Im Zentrum Wandel geht es um ein Phänomen, das unsere Zeit prägt wie kaum etwas anderes. Um eine Fähigkeit, die Dortmund und die Region beherrschen wie kaum jemand sonst. Im Revier kennt und kann man Veränderung, und gemeinsam müssen und wollen wir Veränderung gestalten. Im Uniongewerbehof, einem alten Industrieort, an dem jetzt Startups und zivilgesellschaftliche Initiativen Heimat gefunden haben, fragen wir: Was macht der Wandel mit uns – in unseren persönlichen Lebensgeschichten, in Gesellschaft und Kirche? Weit wichtiger: Was machen wir mit ihm?
Soziolog*innen, Politiker*innen und Theolog*innen diskutieren: Was hilft im Wandel, was macht Angst? Wie bleiben wir uns treu? Wo müssen wir neu werden? In Bibel und Gottesdienst erkunden wir die Kraftquellen des Glaubens, die zur Veränderung ermutigen. Wir erkunden, wie der Wandel das Unionsviertel verändert und Neues entstehen lässt. Wir zeigen Gesichter und erzählen Geschichten, aus dem Leben Einzelner, aus Kirche und Gesellschaft.

Roter Faden Migration, Integration, Anerkennung

Ein besonderes Anliegen ist mir der Rote Faden Migration, Integration, Anerkennung. Migration ist keine Sonderwirklichkeit, kein Thema ausschließlich für Spezialist*innen. Migration und Integration finden statt, mitten im Alltag: In Schule und Wirtschaft, in Sport und Wissenschaft, in Revier und Quartier, wir erleben sie in Kirche, im Gottesdienst, in der Musik. Migration und Integration brauchen unser Feingefühl und unser Mitdenken. Ich halte es für selbstverständlich, dass Migrant*innen aktiv beim Kirchentag mitwirken und dass sich die Themen der Migration quer durch alle Programmbereiche ziehen.
Unsere westfälische Kirche befindet sich gegenwärtig in einem intensiven Diskussionsprozess über Kirche und Migration, und deshalb habe ich beim Kirchentag gern die Aufgabe der Themenbotschafterin dieses Roten Fadens übernommen. Am Samstagabend werden wir mit einem thematischen Konzert zu Migration und Ankommen einen musikalischen Höhepunkt setzen.

Foto: Silvia Kriens


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