KlAnG-Projekt

Kirchentag baut Engagement zum Klimaschutz weiter aus

Ohne Zelte und Container kommen Großveranstaltungen wie der Kirchentag nicht aus. Auch solche Bauten auf Zeit sollen künftig viel stärker nach ökologischen Gesichtspunkten konstruiert werden.

von Wolfgang Heilig-Achneck

Wie das aussehen kann, zeigen mustergültig Arbeiten von Studierenden der TU Dortmund und der Fachhochschule Dortmund: Im Rahmen des Projekts „KlAnG“ (Klimaanpassung von Großveranstaltungen) hatten sie sich an einem Wettbewerb der Stabsstelle Umweltprojekte des Kirchentags beteiligt.

Einen elegant geschwungenen, luftigen Leichtbau hat sich beispielsweise Ann-Kathrin Bülte ausgedacht. Der Clou ihres Entwurfs: Das Dach soll aus einer Stoffmembran bestehen, die viel Helligkeit durchlässt, aber kein Wasser. Dennoch soll das Material über einen Wasserspeicher ständig mit Feuchtigkeit versorgt werden – die verdunstet und dadurch für angenehme Kühle sorgt.

Die Jury sprach der Studierenden aus dem Masterstudiengang Ressource Architektur für ihre Ideen den Hauptpreis zu. Ihre und alle weiteren ausgezeichneten Entwürfe präsentierte der Kirchentag im Zentrum Stadt und Umwelt. Das Projekt KlAnG wird im Rahmen des Förderprogramms Deutsche Anpassungsstrategie vom Bundesumweltministerium unterstützt. Der Hintergrund: Angesichts des Klimawandels müssen Veranstalter künftig verstärkt mit Störungen durch Hitzegewitter, Sturmböen und sintflutartige Niederschläge rechnen – und sich darauf einstellen. Die ersten Schritte sind längst erfolgt: Auf dem Kirchentag gehören dazu die Wasserspender und Push-Apps zur rechtzeitigen Warnung vor extremen Wetterlagen.

Dabei wurde dem Kirchentag bereits vor zwölf Jahren erstmals das EMAS-Zertifikat (Eco-Management und Audit Scheme für Umweltmanagement und –betriebsführung) zuerkannt und seither laufend bestätigt. Vor allem fielen bisher die Bemühungen ins Gewicht, möglichst viele Teilnehme zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu motivieren und bei der Verpflegung ausschließlich Mehrweggeschirr zu verwenden.

Inzwischen reichen die Ansätze und Überlegungen aber viel weiter. Es beginnt zum Beispiel mit der Wahl möglichst schattiger Standorte für Kühlgeräte und von hellen Farben für Fahrzeuge, die sich weniger aufheizen, und reicht über die Organisation von Lieferketten bis zu Planungen zur weiteren Reduzierung des Energieverbrauchs.

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