Konzert: Holywood

Kinoreife Kirchenlieder

Blockbuster für alle Gläubigen, Musikliebhaber und Kinoliebhaber: In seinem Konzert „Holywood“ bringt Christian Schnarr Kirchenlieder auf die Leinwand.

von Rebecca Hornung und Ralf Schöffmann

Es wird dunkel im Saal und auf der Kinoleinwand erscheint ein Orchester. Mit den verspielten Tönen der Geiger und den hellen Klängen des Glockenspiels fühlt man sich, als säße man im Kino und „Harry Potter“ startet. Doch die Besucher und Besucherinnen des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund erwartet nicht der berühmte Filmklassiker, sondern ein Konzert der etwas anderen Art von Christian Schnarr. Der Pianist und Komponist verpackt christliche Kirchenlieder in das Gewand der Filmmusik und führt damit zwei Welten zusammen. Im Lichtspiel und Kunsttheater Schauburg spielt er live am Klavier das Lied „Stern auf den ich schaue“ und wird auf der Leinwand vom German Pops Orchestra begleitet. Das Musikstück lässt nicht nur an funkelnde Sterne denken, sondern auch an junge Zauberschüler auf ihrem Weg nach Hogwarts.

Auf die Idee, Kirchenlieder cinematisch zu komponieren, kam Schnarr durch eine Auftragsarbeit. Er schrieb das Lied „Geh unter der Gnade“ als Fanfare, was zu vielen positiven Reaktionen geführt habe und leicht an Star Wars erinnere. „Tatsächlich  bin ich von mehreren Seiten schon fast bedrängt worden, mehr davon zu machen“, erzählt Schnarr, wodurch der Stein ins Rollen gekommen sei. „Das Faszinierende an der Filmmusik ist, dass Emotionen nonverbal zum Ausdruck gebracht werden können. Es entsteht nicht nur ein Film auf der Leinwand, sondern auch im Kopf, der lange in Erinnerung bleibt.“ Dem Komponisten ist wichtig, dass über die instrumentale Musik, der „Spirit des Songs weitergetragen wird.“ Seiner Meinung nach tragen Kirchenlieder eine klare Botschaft in sich, die er beispielsweise in „Großer Gott wir loben dich“ mit dem pompösen und vollen orchestralen Sound transportiert.

Auch er selbst bekomme noch bei dem einen oder anderen Lied Gänsehaut. „Hin und wieder dreh ich auch mal ein Lied auf der Autobahn laut auf.“ Sehr persönlich und nahbar sei für ihn der Choral „Schönster Herr Jesu“: „Das Lied hat mich von Kindesbeinen an begleitet. Es war eines meiner Schlaflieder am Kinderbett, das meine Eltern mir vorgesungen haben.“ Dazu zählt auch das wohl bekannteste Schlaflied „Der Mond ist aufgegangen“.

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