Kirchentags-Radio

HeavenraDIO sendet mit Nachwuchsjournalisten*innen

Talks mit Promis, spannende Reportagen und Geschichten – „heavenraDIO“ ist überall mit dabei. Aber hier gestalten keine alten Radio-Hasen das Programm, sondern junge Nachwuchsjournalisten*innen.

von Simon Rustler

Steffen Edlinger ist einer von ihnen. Der 27-jährige Frankfurter moderiert beim Sender. Er schätzt am Kirchentag, dass nicht nur religiöse, sondern vor allem auch politische Themen und Debatten einen Platz finden. Den Ausschluss der AfD hält er deshalb für problematisch: „Einfach zu sagen, nein, ihr dürft nicht kommen, finde ich nicht gut.“ Die Nachwuchsreporter*innen sind durch ein bundesweites Casting ausgewählt worden – alles junge, angehende Journalisten*innen, die später für Radiosender oder Multimedia-Redaktionen arbeiten wollen.

Chefredakteur Andreas Fauth von der Hörfunkschule Frankfurt ist Initiator des Projekts und sorgt dafür, dass der Nachwuchs bei heavenraDIO „on air“ gehen kann. Die Medienarbeit der Kirchen kritisiert er: „Die evangelische Publizistik ist für die Kirche gerade in Zeiten der Digitalisierung enorm wichtig und findet leider in vielen Landeskirchen zu wenig Unterstützung. Glaubwürdigkeit, Ausgewogenheit und Zeit für Recherche kosten eben Geld.“, sagt Fauth. Durch Kirchenaustritte sinkt auch die bislang feste Bank der Einnahmen aus Kirchensteuern. Kirche muss sparen. „Gespart wird fast immer zuerst an der Publizistik und nicht an der Öffentlichkeitsarbeit.“, so Fauth auf dem Kirchentag in Dortmund. „Wenn wir wirklich junge Erwachsene in der Kirche halten und Kirchenaustritte verhindern wollen, dann müssen wir auch und gerade in junge Erwachsene bei ihrer Berufsausbildung investieren.“

Die journalistische Ausbildung von jungen Menschen liegt ihm am Herzen - deswegen ist er mit seinen Nachwuchsreportern*innen auf dem Kirchentag. In Frankfurt organisiert er deshalb mit einem Team Radio- und Multimediaprojekte - unter anderem eine „Sommerakademie“, bei der Schüler*innen und Studierende auf einer eigenen UKW-Frequenz senden. Die Hörfunkschule - mitgetragen von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) - ist damit die einzige Ausbildungsstätte auf landeskirchlicher Ebene, die Journalisten*innen fit macht für die Arbeit in den Medien. Aber selbst Projekte wie heavenraDIO werden im Wesentlichen nur durch ehrenamtliches Engagement ermöglicht. Ein festes Budget für ihre Arbeit hat die Hörfunkschule Frankfurt nicht.

Bei heavenraDIO-Reporter Steffen steht nach einem Interviewtermin nun der Audioschnitt an. Er und seine Kollegen*innen sind immer vor Ort, wenn auf dem Kirchentag die Promis zu Besuch sind, wenn die großen Konzerte steigen oder wenn Jugendgruppen aus ganz Deutschland sich treffen, diskutieren und feiern. Die Redaktion von heavenraDIO will damit allen, die nicht in Dortmund zu Gast sein können, die Möglichkeit geben, mehr vom Kirchentag zu erfahren, als es über andere Radiosender möglich ist.

heavenraDIO ist auf www.heavenradio.net im Stream zu hören.

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