Eröffnungspressekonferenz

Der Kirchentag in Zahlen

Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Von Wolfgang Heilig-Achneck

Bei den knapp 2400 Veranstaltungen des Kirchentags erwarten die Veranstalter kurz vor der offiziellen Eröffnung insgesamt 118000 Teilnehmende. Im Vergleich zu früheren Kirchentagen in Städten ähnlicher Größe – das Protestantentreffen in Berlin 2017 hatte schon wegen des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation ungewöhnliche Zugkraft – ist nach Aussagen von Stephan Menzel vom Vorstand des Kirchentags eine Verschiebung zu beobachten: Rund 80000 Besucherinnen und Besucher haben sich für eine Dauerkarte entschieden, rund 38000 werden als Tagesgäste vor allem aus dem Rheinland und Westfalen erwartet. Mehr als 70 Prozent nutzen Bahnen und Busse für die Anreise, 23 Prozent kommen mit dem Auto. Rund 2650 Gäste aus 70 Ländern verleihen dem Kirchentag internationales Flair.

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker warnte indes davor, den Rückgang bei Dauerteilnehmern schon als Trend zu interpretieren oder gar als Ausdruck der auch sonst schwindenden Bindungskraft der Kirche. Hingegen mache sich offenkundig bemerkbar, dass einerseits die Pfingstferien in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg stark als Urlaubszeit genutzt werden, andererseits Berlin und Brandenburg gerade in die Sommerferien starten. Und gerade in einer dicht besiedelten Region wie Westfalen bieten sich Tagesfahrten an. „Wir werden aber auch genauer untersuchen, ob es Interessenten möglicherweise immer schwerer fällt, sich für eine Großveranstaltung fünf Tage freizunehmen“, versichert Generalsekretärin Julia Helmke an. Schließlich sei denkbar, dass Dortmund als nicht so spannendes Ziel wahrgenommen wurde – ein Folge des überkommenen Ruhrgebiets-Images, das auch der Kirchentag zurechtzurücken versucht.

Zu den logistischen Herausforderungen gehörte unter anderem der Aufbau von mehr als 260 Groß- und Pagodenzelten, die Bereitstellung von fast 12000 Möbelstücken und 25000 Papphockern und natürlich die Versorgung von Teilnehmenden und Helferinnen und Helfern. So werden allein in Gemeinschaftsquartieren 84000 Brötchen und 168000 Scheiben Brot benötigt – und neben Butter und Brotaufstrich auch 600 Pfefferstreuer für die Frühstückstische der Helferunterkünfte.

An der Finanzierung des Kirchentags, der über einen Etat von knapp 20 Millionen Euro verfügt, beteiligen sich das Land Nordrhein-Westfalen mit 3,5 Millionen Euro sowie einer weiteren Million aus Projektmitteln und die Stadt Dortmund mit 2,8 Millionen Euro. Die Landeskirche von Westfalen schultert 5,6 Millionen Euro, die Erlöse aus Verkauf und Sponsoring werden mit knapp 5,5 Millionen Euro angegeben.

Diese Seite teilen
Newsletter abonnieren Bleiben Sie immer über unsere neuesten Aktivitäten informiert und abonnieren Sie unseren regelmäßigen Newsletter.