Podium

Gehört mein Bauch mir?

Es ist das Thema, das Gemüter erhitzt und sich um Leben und Tod dreht: Abtreibung.

Text: Theresa Walter, Video: Anna Parschan,  Foto von pixabay,

Wie Christentum und Judentum zu dem Thema stehen, erklärten die evangelische Pfarrerin Dr. Melanie Mordhorst-Mayer und der Rabbiner Raphael Evers aus Düsseldorf. Bei der Podiumsdiskussion „Gehört mein Bauch mir?“ beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages sprachen sie über religiöse Quellentexte und verschiedene Gelehrtenmeinungen.

„Das Judentum ist grundsätzlich gegen Abtreibung und pro Leben“, führte Evers aus. Deshalb seien Abtreibungen auch verboten. Allerdings gebe es auch Ausnahmen. Wenn eine Schwangerschaft z.B. die Gesundheit oder Psyche der Mutter gefährde, sei eine Abtreibung laut jüdischen Gelehrten erlaubt. „Das Leben der Mutter hat Priorität vor dem des Ungeborenen“, so Evers.

Das sieht auch der Protestantismus so, meinte Melanie Mordhorst-Mayer. Die evangelische Pfarrerin arbeitet in der evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Jerusalem. „Das Leben ist ab der Empfängnis schützenswert“, fasste sie die evangelische Lehrmeinung zusammen. Aber „Glaubenssätze kann man niemandem überstülpen“. Sie plädierte für eine Schwangerenkonfliktberatung, die der Frau Perspektiven aufweise, sodass diese sich für das Austragen des Ungeborenen entscheide; ohne Druck von Familie oder sozialem Umfeld. Mordhorst-Mayer führte hinzu: „Die schlussendliche Entscheidung liegt immer bei der Frau.“

Das Thema Abtreibung wird in vielen Ländern kontrovers diskutiert. In Irland stimmten die Menschen 2018 gegen das bis dato geltende strikte Abtreibungsverbot. In Alabama, USA dagegen wurde im Mai eines der strengsten Abtreibungsverbote eingeführt, sodass auch Abtreibungen nach Vergewaltigung oder Inzest verboten sind. Wie Kirchentagsbesucher über das Thema Abtreibung denken, seht ihr im folgenden Video.

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