Hauptpodium

Gegen die Angst

Heribert Prantl, ehemaliger Chef für das Politikressort der Süddeutschen Zeitung, spricht über die Angst in unserer Gesellschaft. Und darüber, was sich dagegen tun lässt.

von Marisa Gierlinger

Insektensterben, Tsunamis und Waldbrände, zudem Wirtschaftskriege, geführt von menschenverachtenden Narzissten - Heribert Prantl kennt viele Gründe, in der heutigen Welt Angst zu haben. Doch man müsse den Blick von den Zerstörern abwenden, sich besinnen auf einen guten, schöpferischen Geist. Ein Beispiel dafür sei Greta Thunberg. Auch sie erntete Spott und Zynismus, wie die Fischer, die in der Pfingstparabel den heiligen Geist verkündeten.

Die wahre Katastrophe, betont der Journalist, sei die Resignation. Das Nichtstun, um eine vermeintlich über uns hereinbrechende Zukunft abzuwenden, statt sie im Jetzt produktiv mitzugestalten. "Die Zukunft verkommt zum Drohwort", so Prantl.

Mut zum kleinen Widerstand

Dabei habe Angst auch positive Seiten. Sie könne aufrütteln, zu neuem Mut anstiften. Sie könne aber auch geschürt und missbraucht werden. Es sei daher wichtig, eine lähmende, versunsichernde Angst in produktive und konkrete Furcht zu verwandeln. Die zum Handeln anstiftet.

Das Publikum hat viele Fragen an den Journalisten – und er konkrete Antworten. Etwa zur Wichtigkeit der Pressefreiheit für die Demokratie und Europa als Konzept gegen zerstörerischen Nationalismus. Der Dialog, die Begegnung seien wirksame Mittel gegen die Angst. Eines ist hier für den Journalisten jedoch klar: es dürfe keinen Platz in der Gesellschaft geben für populistische Extremisten. Der Kampf dagegen erfordere vor allem auch den Widerstand eines jeden Einzelnen – und sei es nur im Kleinen. "Das Gegenteil von Angst und Furcht ist nicht Heldenmut, sondern Hoffnung!", schließt Prantl seine Rede.

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