Kirchentags-Poesie am Donnerstag

Licht sein

Analoges upgrade: Über das erhellende Gefühl, eine echte Kerze zu tragen.

Von Peter Hummel

 

Was halten wir in unseren Händen?
Ein Handy, um was zu versenden.
Wir wischen hin und wischen her,
und ärgern uns dann meistens sehr,
wenn der Strom zu Ende geht,
und unser Leben plötzlich steht.

So ging es mir vergang‘ne Nacht,
und „So ein Mist“ hab ich gedacht.
Ich war zum Scheitern auserkoren,
in Dortmunds Innenstadt verloren.
Wie sollte ich mich nun bewegen?
Da gab der Pastor einen Segen.

„Seid gesegnet“, sagte er,
mir streckte wer 'ne Kerze her.
Aus Wachs war sie, ganz schmal und schlicht,
oben brannte warm ein Licht.
Ein echtes Licht, das ist kein Scherz,
und wer es klickt, hat großen Schmerz. 

Es flackerte im Abendwind,
und ich, ein kleines Menschenkind,
schaute ihm voll Ehrfurcht zu,
kapierte, Licht bin ich, bist Du. 
Wir leuchten in die Welt hinaus,
und dabei geht der Strom nie aus.

Wenn wer von euch beim Kirchentag,
dieses „Licht sein“ spüren mag:
Nehmt eine Kerze in die Hand,
und steht, wie ich da gestern stand.
Es fühlt sich an, als wäre man,
'ne Powerbank, die scheinen kann. 

Foto: DEKT/Johna

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