Interview

"Die Gemeinschaft Gottes und der Menschen feiern"

Am Vortag des Kirchentages haben wir mit Julia Helmke gesprochen. Die Generalsekretärin berichtet über ihre Anreise und darüber, worauf sie sich besonders freut.

Von Lisa Konstantinidis, Jana Küchler, Santiago Reinbold und Lena Renner

Wie bist Du selbst angereist? Wie war Deine Ankunft?

Julia Helmke: Ich bin mit dem Zug angereist. Ich fahre immer mit dem Zug, das finde ich ganz wunderbar, ich bin ganz viel unterwegs. Ich bin gut angekommen und dann auch schnell mit der U-Bahn zur Messe gefahren – das hat alles wunderbar geklappt. Ich hoffe, dass es den Meisten auch so geht.

Worauf freust Du Dich jetzt besonders?

Auf all die Menschen, die jetzt hierher kommen. Die sich begeistern lassen von diesem einzigartigen Ereignis. Die alte Freund*innen wieder treffen und neue kennenlernen. Und die miteinander die Gemeinschaft Gottes und der Menschen feiern.

Was macht für Dich persönlich den Kirchentag aus?

Mein Tag ist jetzt ziemlich durchgetaktet von morgens bis abends. Aber auch jetzt wird das Besondere sein, was ich bei allen Kirchentagen immer als das Schönste, Beglückendste erlebt habe: dass man sich unterbrechen lässt. Auf einmal treffe ich Menschen, die ich ganz lange nicht gesehen habe – da komme ich dann ins Gespräch und lasse dafür auch mal eine Veranstaltung sausen. Oder ich stehe vor einer Halle, die überfüllt ist. Und dann gehe ich nach nebenan und höre dort genau das, was mich betrifft – was ich hören sollte. Dieses Miteinander, dieses Spontane in einer ganz verdichteten Zeit – das macht für mich Kirchentag aus.

Wie hängen für Dich Vertrauen und Angst zusammen?

Ohne Vertrauen kann ich nicht leben. Vertrauen gehört für mich wie Atmen dazu. Für mich ist Vertrauen wirklich die Grundlage unseres Lebens, die daher kommt, dass Gott mir das Leben anvertraut hat, aber mir auch ganz viel zutraut. Mir zutraut, das Leben in Vertrauen und Mut zu gehen. Jesus sagt: In der Welt habt ihr Angst. Aber ich habe die Welt überwunden. Das heißt, ich kann auch Angst haben, das gehört zum Leben dazu. Aber die Angst darf mich nie überwinden.

Was ist Deine heutige gute Nachricht für den Kirchentag?

Meine gute Nachricht für heute ist, dass Leoluca Orlando kommt. Ein Menschrechtskämpfer, eine wirkliche Lichtgestalt für mich. Löwe von Palermo wird er genannt. Ein Bürgermeister, der schon ganz lang gegen Korruption kämpft, gegen die Mafia, gegen die Faschisten und der sich jetzt ganz stark für die Flüchtlinge im Mittelmeer einsetzt. Er wird morgen erzählen, was er erlebt hat, was er auf dem Herzen hat und sozusagen einen Appell für die Menschlichkeit setzen.

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