Überraschungsort

Alle mal wundern

Es ist die bedeutendste Citykirche von Dortmund - und eine der meistbesuchten in ganz Westfalen: Auch zum Kirchentag bleibt St. Reinoldi offen für alle Einheimischen und Gäste, mit neuen, überraschenden Impulsen im Stundenrhythmus.

von Wolfgang Heilig-Achneck

Wunder erwarten die Besucherinnen und Besucher der Dortmunder Citykirche St. Reinoldi - wie und worüber genau wird aber genau verraten. Nur soviel: "Jeder Tag beginnt auch bei uns mit einer Bibelarbeit. Dann werden wir ein vielseitiges Programm im Stundentakt anbieten, mit viel Musik, auch zum Mitsingen, mit prominenten Gästen sowie mit täglichen Andachten mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr", erläutert Michael Küstermann, seit 15 Jahren Pfarrer an der Dortmunder Citykirche. Und nach mittelalterlichem Vorbild wecken Ausrufer auf spektakuläre Weise die Neugier der Passanten auf die "Wunderkirche".

"Die Menschen haben die Chance, einfach reinzuschauen und innezuhalten, wie sonst auch", so Küstermann weiter. "Aber alles ist darauf angelegt, dass sie sich überraschen lassen." Wer auch innerlich offen ist und dem Kirchentagsmotto "Was für ein Vertrauen" folgt, wird das auch erleben können. Die Türen stehen jedenfalls offen - auch für Leute ohne Dauer- oder Tageskarte. Vor dem Eingang, auf der Marktseite, lädt ein "Paradiesgarten" zum Verweilen ein. Die Anlage ist ein Beitrag von 40 Studierenden der Abteilung für Architektur und Bauingenieurwesen an der TU Dortmund, die Bepflanzung haben die Auszubildenden des Grünflächenamts der Stadt Dortmund übernommen. "Alles wurde gesponsort", freut sich Küstermann. Obwohl die zunächst nur für wenige Tage gedachte Konstruktion noch nicht mal eröffnet ist, mehren sich schon die Rufe, den kleinen Garten länger stehen zu lassen. Tatsächlich soll er mindestens noch eine Woche nach dem Kirchentag erhalten bleiben - um auch all jenen Einheimischen paradiesische Gefühle zu vermitteln, die lieber vorbeischauen, wenn wieder etwas mehr Ruhe einkehrt. 

Aber was heißt das schon in einer auch sonst stark frequentierten Kirche am Puls des Stadtgeschehens. "Ich treffe hier immer wieder Menschen, die kommen, weil sie nicht wissen, welchen Weg sie gehen sollen und offenbar auf eine Fingerzeig hoffen", erzählt der Pastor. "Auf jeden Fall ist unsere Kirche ein Ort, der etwas macht mit den Menschen, was man rational nicht erklären kann." Und womöglich sind auch Wunder nicht ausgeschlossen: Das romanische Kreuz, das über der Chorschwelle hängt, sehen viele als starkes Zeichen dafür: Den Bombenhagel, der Dortmund und St. Reinoldi 1944/45 in Schutt und Asche legte, überstand dieses Glaubenssymbol unversehrt.

Foto: Raju Löffelholz

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