Logo Deutscher Evangelischer Kirchentag. Berlin/Wittenberg, 24.-28. Mai 2017
Mein Kirchentag
Pressekonferenz

Ort für Verständigung und Begegnung

Einen fröhlichen und besonderen Kirchentag, aber auch einen nachdenklichen und ernsten, erhofft sich Präsidentin Christina Aus der Au. Nicht zuletzt wegen des verheerenden Anschlags in Manchester. Auf der Eröffnungspressekonferenz am Mittwoch blickten sie und die anderen Verantwortlichen auf die kommenden Tage in Berlin und Wittenberg.

von Niklas Feil und Frank Rebmann

Das Thema Sicherheit sei von Anfang an sehr ernst genommen worden. Die Kirchentagsorganisation war und befinde sich aber in enger und ständiger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei, sagte Christina Aus der Au. Der allgemeinen Verunsicherung könne man aber nicht mit dem Versprechen 100-prozentiger Sicherheit entgegentreten. Angst könne man nur mit Vertrauen und Zuversicht begegnen und dem festen Willen, sich die Freiheit nicht nehmen zu lassen. Aus der Au rief dazu auf, mit Respekt und Offenheit beim Kirchentag zusammen zu kommen.

„Wir sind Manchester"

Die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, äußerte sich mit den Worten „Wir sind Manchester“ zu dem Terroranschlag am Montag. Besonders die Eröffnungsgottesdienste am heutigen Mittwochabend seien für alle Menschen, egal ob gläubig oder nicht, ein Ort, dem Hass zu widerstehen.

Nach dem Anschlag in Manchester hätten nur ganz wenige Menschen ihre Kirchentagskarten zurückgegeben, sagte Geschäftsführer Stephan Menzel. Man habe erneut das Gespräch mit der Polizei gesucht. Insgesamt gäbe es in Deutschland eine erhöhte Sicherheitslage, diese habe sich aber aufgrund des Anschlags in Manchester nicht erhöht. Es gäbe keinerlei Hinweise und die Lage sei ruhig. Menzel betonte: „Wir waren wachsam, wir sind wachsam und wir werden wachsam bleiben.“

Der Kirchentag lebt von seinen Ehrenamtlichen

Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au bedankte sich bei den über 5.000 Helferinnen und Helfern, „ohne die dieser Kirchentag nicht möglich wäre“. Dank gab es auch vom Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge. Er dankte allen Berlinerinnen und Berlinern, die den Besuchenden des Kirchentages private Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Die allgemeine Hilfsbereitschaft sei ein Zeichen für mehr Engagement in unserer Gesellschaft, sagte die Kirchentagspräsidentin. Dieser Kirchentag sei ein besonderer, denn er stehe auch im Zeichen von 500 Jahren Reformation. Die Ideen der Reformation hätten die Welt verändert. Vor rasanten Umbrüchen stehe man auch heute noch, betonte sie. In einer Zeit, in der Kriege und Krisen die Welt erschüttern, werde die Zukunft Europas neu verhandelt. „Wir ringen um den Zusammenhalt Europas“, so Aus der Au.

Die bestimmenden Fragen des Kirchentages seien: Wie können wir uns in diesem Wandel verhalten, ohne Angst zu schüren? Wie können wir Komplexität aushalten, und keinen einfachen Antworten verfallen? Wie können wir den demokratischen Grundkonsens wahren und nicht extremistischen Strömungen nachgeben?

Auf diese Fragen sollen in Gesprächen und vor allem auch in Streitgesprächen Antworten gefunden werden. Der Austausch und das Kennenlernen anderer Überzeugungen, Weltanschauungen und Religionen sei wichtig für die Verständigung untereinander.

Miteinander sprechen, statt übereinander

So begründete das Organisationsteam auch die Veranstaltung der Podiumsdiskussion „Christen in der AfD?“. Bei der Podiumsdiskussion mit der Vorsitzenden der Christen in der AfD, Anette Schultner, gehe es vor allem um die Frage, ob Christsein in der AfD möglich sei, sagte Bischof Dröge. Es sei wichtig, eine klare Haltung in der Auseinandersetzung mit denen einzunehmen, die mit Angst, Abschottung und Abwertung von Menschen Politik machen wollen. Von einem im Internet kursierenden Boykottaufruf der Veranstaltung distanzieren sich Bischof Dröge und Kirchentagspräsidentin Aus der Au deutlich. Es sei wichtig, miteinander zu sprechen, anstatt nur übereinander.

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