Mein Kirchentag
Aufbau

Bester Sound für den Auftakt

Es geht um besten Sound für Zehntausende: Für die Eröffnungsgottesdienste vor dem Reichstag und am Brandenburger Tor ist Feintuning angesagt – akustisch wie organisatorisch. Keine leichte Aufgabe, denn beide Großveranstaltungen trennen nur 300 Meter.

von Rolf Masselink

Nach der gelungenen Generalprobe am Dienstagabend wirken Gewitter, Sturm und Platzregengüsse wie ein letzter Härtetest: Auch ihn besteht die Bühnentechnik. Alles ist bereit für die drei Eröffnungsgottesdienste zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag, die am Mittwoch zeitgleich um punkt 18.00 Uhr auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag, auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor und auf dem Gendarmenmarkt vor dem Französischen Dom mit den traditionellen drei Bläserrufen beginnen.

Am Tag vor der Eröffnung wartet auf die Macher dieser Auftaktveranstaltungen noch eine besondere Herausforderung: die Feinabstimmung der Beschallung, denn die Veranstaltungsorte vor dem Reichstag und am Brandenburger Tor liegen nur rund 300 Meter voneinander entfernt. Trotzdem sollen beide Gottesdienste brillante Akustik für zehntausende Besucher bieten, ohne dass es zu gegenseitigen Störungen kommt. Das ist nicht allein eine Aufgabe der Sound-Techniker, sondern vor allem eine Frage des exakten Timings.

Der Kirchentagspastor ist entspannt

„Wir fahren beide Gottesdienste unter Fernsehbedingungen“, sagt Kirchentagspastor Arnd Schomerus. Zum zweiten Mal ist der 53-Jährige aus Fulda als Kirchentagspastor verantwortlich für die Eröffnungsgottesdienste. Nervös? Zumindest äußerlich wirkt der 1,90-Mann wenige Stunden vor dem großen Eröffnungsmoment ganz entspannt.

Mit weißem Sommerhemd und Sonnenbrille macht er auf der Bühne geduldig einen Soundcheck nach dem anderen, probt mit Bläsergruppe und Chören, spricht zwischendurch mit Pressevertretern und stimmt sich ab mit den Leuten vom Fernsehen. „Nein“, sagt er gerade freundlich zu einem Kameramann, „die Position des Rednerpults wollen wir jetzt nicht mehr ändern. Wir haben den Ablauf jetzt so eingeübt.“ Und lacht: „Der Punkt auf dem Boden ist auch schon markiert.“ Wieder eine Detailfrage geklärt.

Hören, aber nicht stören

Die größte der drei Eröffnungsveranstaltungen, der „Gottesdienst vor großer Kulisse“ vor dem Reichstag, wird live im Fernsehen übertragen, darauf muss auch der Ablauf der Nachbarveranstaltung genau abgestimmt werden. Das heißt: Wie bei Live-Übertragungen im Fernsehen üblich, gibt es einen sekundengenauen Regieplan – für beide Gottesdienste. Das soll vor allem verhindern, dass vom Reichstag Tonfetzen zum Brandenburger Tor herüberschallen, womöglich gerade dann, wenn dort Momente der Stille den Gottesdienst bestimmen. Schomerus: „Wir werden uns sicher gegenseitig hören, aber wollen uns möglichst nicht stören.“

„Ob das klappt, wissen wir erst nach der Generalprobe. Vorher haben wir das wirklich noch nicht genau geübt“, sagt Axel Rost, der Bühnenregisseur, am Nachmittag. Rost, der als ehrenamtlicher Kirchentags-Helfer nach wie vor mit Stolz sein blaues Pfadfinderhalstuch trägt, ist auf der Bühne Profi: Seit 2003 leitet er bei allen Kirchentagen die Fernseh-Gottesdienste.

Sekundengenau abgestimmt

Zwar hat er gemeinsam mit Arnd Schomerus und drei Planungsteams monatelang an der Vorbereitung der Eröffnungsveranstaltungen gearbeitet. Aber wie genau es gelingt, den „Parallelbetrieb“ der Gottesdienste vor dem Reichstag und am Brandenburger Tor sicherzustellen, können erst die zeitgleichen Generalproben zeigen. Axel Rost ist zuversichtlich: „Wird schon klappen. Wir müssen vor allem testen, ob wir die eine Veranstaltung ein paar Sekunden früher oder später starten als die andere.“

So geht es am Dienstagabend ab 18.00 Uhr vor dem Reichstag und am Brandenburger Tor im wahrsten Sinne des Wortes um jede Sekunde. Exakt 60 Minuten dauert die Generalprobe, genauso lange wie die Eröffnungs-Gottesdienste am heutigen Mittwoch. Am Ende sind Arnd Schomerus, Axel Rost und die Tontechniker zufrieden. Hier und da ein paar Sekunden zugeben, dann passt das. Schade nur, dass nach der anschließenden Regiebesprechung ein abendlicher Gewittersturm weitere Proben verhindert. Aber am Mittwoch vormittag bleiben ja noch ein paar Stunden Zeit, um die Spuren des Unwetters zu beseitigen und die Probenarbeit abzuschließen.

Hat alles im Griff: Bühnenregisseur Axel Rost (links) bei den letzten Absprachen vor der Generalprobe.

Auch am Brandenburger Tor laufen die Vorbereitungen für den Mittwochabend.

Soundcheck für einen klangvollen Auftakt: Sänger und Musiker proben bis zuletzt.

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