Mein Kirchentag
Pressekonferenz

Ein "Highlight für das Reformationsjubiläum"

Nach den bewegenden Eröffnungsfeiern und dem gelungenen Abend der Begegnung nimmt der Kirchentag aus der Sicht der Verantwortlichen auch am Donnerstag einen rundum erfreulichen Verlauf.

von Wolfgang Heilig-Achneck

Als "Highlight", auch für das Reformationsjubiläum, würdigte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm das Gespräch mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Brandenburger Tor. "Wir wollten das Ereignis immer ökumenisch und international feiern – dafür war das ein starkes Zeichen", freute sich der Bischof bei der Pressekonferenz des Kirchentages am frühen Nachmittag. "Wir haben erlebt, wie es aussieht, wenn man auf der Grundlage des christlichen Glaubens in den öffentlichen Diskurs geht."

Zwar hätte er "gerne noch viel nachgefragt", aber er sei auch "froh" über den zweiten Gesprächsblock mit den "zupackenden" Fragen der jungen Erwachsenen, unterstrich Bedford-Strohm. Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au würdigte vor allem die "persönliche, ruhige und nachdenkliche Atmosphäre".

"Besucher wollten den Dialog"

Erwartungsgemäß kontrovers verlief das Gespräch in der Reihe Streitzeit zur Möglichkeit oder Unmöglichkeit, mit einer christlichen Grundhaltung eine politische Heimat in der rechtspopulistischen AfD zu finden. Denn die im Strategiepapier der Partei vertretenen Positionen lassen sich mit christlichen Grundüberzeugungen und Werten nicht vereinbaren, hatte der Berliner Bischof Markus Dröge bereits am Vortag unmissverständlich festgestellt. "Das Publikum wurde frühzeitig einbezogen, der Beifall ließ eindeutig erkennen, dass die große Mehrheit der Besucherinnen und Besucher die Argumente hören und den Dialog führen wollte", fasste Generalsekretärin Ellen Ueberschär die Einschätzung aus der Sicht der Kirchentagsleitung zusammen. "Die Entscheidung für die Veranstaltung in dieser Form und der Verlauf waren des Kirchentags würdig." Die Diskussion findet allerdings ihre lebhafte Fortsetzung in den sozialen Medien.

"Sehr gut angelaufen" sei der Kirchentag parallel dazu auf der Messe, wo unter anderem der Andrang zur Bibelarbeit von Margot Käßmann das Fassungsvermögen der Halle überstieg. Großen Zuspruch fand eine Veranstaltung der gastgebenden Landeskirche, bei der unter anderem der Terroropfer auf dem Breitscheidplatz im vergangenen Jahr und von Manchester gedacht wurde. Geschäftsführer Constantin Knall untermauerte die Einschätzung eines reibungs- und so gut wie problemlosen Verlaufs mit dem Hinweis, dass die Kräfte der Johanniter-Unfallhilfe bis zum Mittag in nicht mehr als 76 Fällen Erste Hilfe leisten mussten und nur 21 Transporte verzeichneten.

Die Nacht der Religionen auf dem Gendarmenmarkt hatte im Vorfeld zwar für Diskussionen gesorgt; der Kirchentag trage sie als Kooperationsveranstaltung auf Empfehlung der Landeskirche aus Überzeugung mit, weil sich in ihr die "pluralistische Situation dieser Stadt" besonders gut spiegele, erklärte Kirchentagspräsidentin Aus der Au.

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